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SEO

SEO Agentur wechseln: Wenn Berichte gut aussehen, aber Anfragen fehlen

Welda-Team16 Min. Lesezeit1 November 2026

Die SEO Agentur wechseln sollten Sie, wenn nach mindestens sechs bis neun Monaten die Anfragen aus Suchbegriffen ohne Ihren Firmennamen nicht zugenommen haben und die Agentur Ihnen nicht anhand Ihrer eigenen Daten erklären kann, woran das liegt. Ein einzelner Einbruch beim Traffic, ein überholender Wettbewerber oder Ärger mit dem Kundenbetreuer reichen für sich genommen nicht aus. Steht die Entscheidung fest, ist die Reihenfolge wichtiger als die Wahl des Nachfolgers: zuerst Zugänge und Daten sichern, dann kündigen, und erst danach die neue Agentur starten. Wer es umgekehrt macht, riskiert seine Historie und muss womöglich sogar um das eigene Google Unternehmensprofil kämpfen.

Dieser Beitrag richtet sich an Geschäftsführer und Inhaber, die jeden Monat einen ordentlichen Bericht bekommen und im Auftragseingang nichts davon sehen. Fachwissen brauchen Sie dafür nicht. Sie sollten aber erkennen können, was der Bericht verschweigt, ob das Problem wirklich bei der Agentur liegt, was im Vertrag steht und welche Fragen dafür sorgen, dass Sie mit der nächsten Agentur nicht wieder am gleichen Punkt landen.

Sichtbarkeitsindex steigt, Auftragsbuch bleibt gleich: Was der Bericht nicht sagt

Die meisten SEO-Berichte sind nicht falsch. Sie beantworten nur eine andere Frage als Ihre. Sie möchten wissen, ob die Arbeit Kunden bringt, der Bericht zeigt, ob die Sichtbarkeit gewachsen ist. Impressionen, durchschnittliche Position, die Zahl der Keywords in den Top 100 und der Sichtbarkeitsindex gängiger SEO-Tools sind echte Messwerte. Aber sie liegen mehrere Schritte vor dem Umsatz. Gerade der Sichtbarkeitsindex ist im deutschsprachigen Raum eine beliebte Kennzahl für Reportings, und er kann über Monate steigen, während sich im Vertrieb gar nichts bewegt, weil er vor allem misst, wie präsent eine Domain über ein breites Keyword-Set ist und nicht, ob Ihre Käufer Sie finden.

Ein erfundenes Beispiel zur Veranschaulichung: Ein Metallbaubetrieb aus der Nähe von Stuttgart lässt von seiner Agentur Ratgeber veröffentlichen, etwa „Was ist der Unterschied zwischen Stahl und Edelstahl?“ oder „Wie pflegt man ein Geländer?“. Die Impressionen klettern, die Kurve sieht gut aus, der Bericht ist voller grüner Pfeile. Bei den Suchanfragen, die ein Einkäufer wirklich eintippt, etwa „Stahltreppe Industrie Angebot“ oder „Schlosserei Stuttgart Vordach“, steht die Website aber weiterhin auf Seite drei. Alles im Bericht stimmt, gearbeitet wurde auch, und trotzdem gehen keine zusätzlichen Anfragen ein. Wer das nicht auseinanderhält, wechselt und bekommt von der nächsten Agentur womöglich dieselbe Kurve.

Balkendiagramm mit Beispielwerten zur Verteilung organischer Klicks auf Markensuchen, Ratgeberthemen und Leistungssuchen
Die Gesamtzahl wirkt gut, entscheidend ist aber der kürzeste Balken. Die Werte sind Beispiele.

Bevor Sie also über die Leistung der Agentur sprechen, ändern Sie die Sprache des Berichts. Oft genügt schon eine einzige zusätzliche Zeile: Wie viele Klicks kamen aus Leistungs- und Produktsuchen ohne unseren Firmennamen, und wie hat sich das gegenüber dem Vorjahreszeitraum verändert? Wie Sie einen monatlichen SEO-Bericht lesen, erklären wir Zeile für Zeile in einem eigenen Beitrag.

Der Selbsttest in der Search Console

Nehmen Sie sich einen Nachmittag Zeit, bevor Sie das Thema ansprechen. Haben Sie keinen Zugang zur Google Search Console, ist das bereits Ihr erster Befund. Haben Sie einen, gehen Sie so vor:

  • Zeitraum richtig wählen. Vergleichen Sie die letzten drei Monate mit denselben drei Monaten des Vorjahres. Der Vergleich mit dem Vorquartal führt bei saisonaler Nachfrage in die Irre; ein Heizungsbauer sieht im Frühjahr gegenüber dem Winter immer schlecht aus.
  • Marke herausrechnen. Filtern Sie Ihren Firmennamen samt Schreibvarianten heraus. Wer Sie beim Namen sucht, kennt Sie bereits. Solche Klicks stammen meist aus Empfehlungen, Werbung oder Ihrem Ruf und sind kein SEO-Erfolg.
  • Seiten statt Summen ansehen. Landen die Klicks auf Leistungs- und Produktseiten, die Geld verdienen, oder auf Beiträgen mit wenig Bezug zu Ihrem Angebot?
  • Nachfrage danebenlegen. Stellen Sie Formulare, Anrufe und Notizen aus dem Vertrieb für dieselben Monate daneben. Eine lupenreine Zuordnung brauchen Sie nicht, die Richtung genügt.
  • Umsetzungen zählen. Was hat sich in den letzten sechs Monaten konkret auf der Live-Website verändert? Gleichen Sie das mit Rechnungen und Berichten ab.

Bleiben Sie dabei fair. Wie lange SEO dauert, hängt vom Wettbewerb und vom Ausgangszustand der Website ab; Content- und Ranking-Fortschritte werden in der Regel über 3 bis 9 Monate sichtbar. Nach zwei Monaten lässt sich nichts seriös beurteilen. Nach zwölf Monaten ohne Bewegung bei den kommerziellen Suchanfragen ist „SEO braucht eben Zeit“ dagegen keine ausreichende Antwort mehr.

Liegt es an der Agentur, an der Website oder am Vertrieb?

Am teuersten wird der Wechsel, wenn das Problem woanders sitzt. Die neue Agentur läuft dann monatelang auf Ihre Kosten gegen dieselbe Wand. Klären Sie deshalb vorab diese drei Fragen.

Warten die Empfehlungen bei Ihnen? Bei mittelständischen Unternehmen kommt folgende Konstellation vor: Die SEO-Agentur liefert Maßnahmenlisten, die Website betreut jedoch ein anderer Dienstleister oder die eigene IT. Tickets bleiben liegen, und dieselben Punkte tauchen Monat für Monat im Bericht auf. Zählen Sie, wie viele Empfehlungen tatsächlich live gegangen sind. Sind es wenige, brauchen Sie eine benannte Person für die Umsetzung und nicht zwingend einen neuen Dienstleister. Allerdings hätte eine gute Agentur das angesprochen, statt es ein Jahr lang nur zu berichten.

Kommt Traffic an, aber keine Anfrage? Wenn Leistungsseiten mehr Besuche erhalten, die Formulare aber leer bleiben, liegt der Blick auf dem Angebot, den Vertrauenssignalen, der Telefonnummer auf dem Smartphone und der Antwortzeit. Manchmal funktioniert das Formular tadellos, nur meldet sich zwei Tage lang niemand zurück. Das ist kein SEO-Versagen, auch wenn eine aufmerksame Agentur es hätte erwähnen sollen.

Ist das Ziel realistisch? Vielleicht ist die Nachfrage in Ihrem Segment gesunken, oder Sie wollen mit einer kleinen regionalen Website bei Begriffen gewinnen, die Vergleichsportale und große Marken besetzen. Aufschlussreich ist, ob die Agentur das früh gesagt und erreichbare Alternativen vorgeschlagen hat oder ob sie die Keyword-Liste vom Kick-off einfach abgearbeitet hat.

Entscheidungsschema, das Bewegung bei kommerziellen Suchanfragen, nicht umgesetzte Empfehlungen, Anfragen und Datenzugang mit Bleiben, Nachbessern oder Wechseln verknüpft
Wechseln ist erst dann die richtige Antwort, wenn die anderen beiden Ursachen ausgeschlossen sind.

Warnzeichen: Was sich klären lässt und was nicht

Nicht jede Unzufriedenheit wiegt gleich. Ein verspäteter Bericht ärgert. Eine Agentur, die Ihnen den Zugang zur eigenen Search-Console-Property verweigert, ist ein anderes Kaliber. Als Faustregel gilt: Qualitätsprobleme lassen sich oft beheben, Transparenz- und Vertrauensprobleme selten.

Was Sie beobachtenWas es bedeuten kannSinnvolle Reaktion
Konten laufen über die E-Mail der Agentur, Anfragen nach Zugang werden vertagtDie Daten gehören faktisch nicht Ihnen, der Ausstieg wird jeden Monat schwererEigentümerrechte schriftlich anfordern, sonst Ausstieg planen
Niemand legt offen, woher Backlinks kommenMögliche gekaufte Linkpakete, die gegen die Spam-Richtlinien von Google verstoßen könnenListe anfordern und unabhängig prüfen lassen
Rankinggarantien gehören weiter zur VerkaufsspracheVersprechen ersetzen ErwartungsmanagementKeywords, Zeitraum und Bedingungen schriftlich erfragen
Plötzliche Traffic-Spitzen fast ohne InteraktionEventuell automatisierter Traffic, das muss man prüfen, nicht unterstellenQuelle, Region und Interaktion in Analytics vergleichen
Berichte kommen, eine Liste erledigter Arbeiten fehltEs passiert wenig, oder man sieht es nichtFür einen Monat ein Aufgabenprotokoll verlangen
Die Keywords passen nicht, die Agentur räumt das aber einRichtungsfehler, keine böse AbsichtKeyword-Map gemeinsam neu aufbauen
Ihr Ansprechpartner ist weg, die Kommunikation stocktOrganisatorisches ProblemMit der Leitung sprechen, oft in einem Termin lösbar

Zu Rankinggarantien noch ein Satz: Den Google-Algorithmus kontrolliert niemand. Hören Sie so ein Versprechen, fragen Sie nach, wie es konstruiert ist, denn mitunter bezieht es sich auf Begriffe, nach denen kaum jemand sucht. Deshalb versprechen auch wir keinen ersten Platz, wenn ein Unternehmen mit uns darüber spricht, ob es die SEO Agentur wechseln soll.

Taucht keines der Vertrauensprobleme auf, lohnt sich ein strukturierter Termin mit Ihrer aktuellen Agentur. Gehen Sie nicht mit einer Mängelliste hinein, sondern mit drei Fragen: Warum stehen unsere kommerziellen Suchanfragen nach dieser Zeit dort, wo sie stehen? Welche drei Maßnahmen würden das ändern? Welche davon sind in 30 Tagen live? Halten Sie die Antworten schriftlich fest. Verlangen Sie keine Ranking-Sprünge innerhalb von 30 Tagen, denn das wäre unfair und verleitet genau zu den Abkürzungen, die Sie vermeiden wollen. Verlangen Sie Ergebnisse: eine korrigierte Keyword-Map, konkrete Änderungen an benannten Leistungsseiten, eine vollständige Backlink-Liste und eine Berichtsseite, die Marken- und Nicht-Marken-Suchen trennt. Liefert die Agentur das, war sie vielleicht nur falsch ausgerichtet. Liefert sie es nicht, haben Sie Ihren Beleg.

Der Vertrag: Kündigung, Vertragsart, AVV und Nutzungsrechte

In Deutschland entscheidet sich vieles an der Vertragsgestaltung, deshalb gehört der Vertrag vor die Kündigung auf den Tisch. Die folgenden Punkte sind keine Rechtsberatung, sondern Fragen für Ihre Anwältin oder Ihren Anwalt. Formulierungen und Rechtsfolgen hängen vom Einzelfall ab.

Laufzeit und Kündigungsfrist. Wie lange läuft die Mindestlaufzeit? Verlängert sich der Vertrag automatisch, und zu welchem Stichtag muss die Kündigung spätestens zugehen? Welche Form ist vereinbart? Zwischen Unternehmen gelten hier häufig andere Maßstäbe als bei Verbraucherverträgen, sodass lange Verlängerungsklauseln nicht automatisch unwirksam sind. Rechnen Sie den Stichtag rückwärts und planen Sie den Zugangsnachweis mit ein.

Dienst- oder Werkvertrag. SEO-Verträge lassen sich rechtlich nicht pauschal einordnen. Ob eine laufende Tätigkeit oder ein konkreter Erfolg geschuldet ist, kann Einfluss darauf haben, welche Ansprüche Sie bei ausbleibenden Ergebnissen haben und wie gekündigt werden kann. Schlechte Rankings allein begründen in aller Regel keinen automatischen Anspruch, denn Rankings entscheidet am Ende Google. Besser belegbar sind nicht erbrachte Leistungen, weshalb Ihre Liste aus dem Selbsttest auch hier nützlich ist.

DSGVO und AVV. Hatte die Agentur Zugriff auf Formulardaten, Anruflisten oder CRM-Exporte, verarbeitet sie personenbezogene Daten, und es braucht in der Regel einen Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Zum Vertragsende geht es um die Löschung oder Rückgabe dieser Daten. Lassen Sie sich das schriftlich bestätigen und entziehen Sie alle Zugriffe. Mit der neuen Agentur schließen Sie, falls erforderlich, einen eigenen AVV ab, bevor sie Zugriff erhält. Ändert sich beim Wechsel Ihr Tracking-Setup, prüfen Sie zudem, ob Datenschutzerklärung und Consent-Banner noch zur tatsächlichen Datenverarbeitung passen.

Nutzungsrechte. Die Texte stehen auf Ihrer Website, aber was ist mit den Rechten? Das Urheberrecht selbst lässt sich nach deutschem Recht grundsätzlich nicht übertragen, es werden Nutzungsrechte eingeräumt. Prüfen Sie, ob diese zeitlich unbegrenzt und über das Vertragsende hinaus gelten. Das gilt auch für Bilder, die mit einer Stock-Lizenz im Namen der Agentur gekauft wurden. Bei fehlender Regelung lohnt es sich, das im Rahmen der Beendigung noch schriftlich zu klären.

Vergleichstabelle zu Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Auftragsverarbeitung, Nutzungsrechten und Herausgabe von Arbeitsdateien mit Prüffrage und Dokument
Jede Zeile sollten Sie geklärt haben, bevor die Kündigung rausgeht. Keine Rechtsberatung.

Bevor Sie kündigen: Auf wessen Namen läuft was?

Das ist der wichtigste Abschnitt dieses Beitrags, denn nach einer Kündigung kann die Hilfsbereitschaft nachlassen. Das muss keine böse Absicht sein. Vielleicht hat die zuständige Person das Haus verlassen oder das Passwort liegt in einem Tresor, zu dem niemand mehr Zugang hat. Was beim Start bequem wirkte, als die Agentur Konten für Sie anlegte, kann beim Ausstieg zur größten Hürde werden.

Übergabe-Checkliste für Search Console, GA4, Tag Manager, Unternehmensprofil, Domain, Hosting, Call-Tracking, Tools, Arbeitsdateien und Disavow-Liste
Vor der Kündigung sollte Ihr Unternehmen in jeder Zeile als Eigentümer stehen.

Diese Punkte übersieht man leicht:

  • Google Unternehmensprofil. Ein Verwalterzugang genügt nicht, Sie brauchen die primäre Inhaberschaft. Für lokal arbeitende Betriebe wie Handwerker oder Praxen ist dieses Profil oft so wichtig wie die Website.
  • Search-Console-Bestätigung. Entfernen Sie die Agentur als Inhaber auch dadurch, dass Sie deren Bestätigungsmethode löschen. Bleibt der DNS-Eintrag oder die HTML-Datei bestehen, kann der Zugriff von selbst wieder aufleben.
  • GA4 und Tag Manager. Halten Sie Administratorrechte auf Kontoebene. Liegt die Property im Konto der Agentur, wird der Zugriff auf die Historie zur Verhandlungssache. Prüfen Sie außerdem die Einstellung zur Datenaufbewahrung, denn der kurze Standardwert begrenzt, wie weit explorative Berichte zurückreichen.
  • Disavow-Datei. Falls eine hochgeladen wurde, laden Sie sie herunter und fragen Sie nach der Begründung. Die neue Agentur sollte sie sehen, bevor etwas überschrieben wird.
  • Tool-Historie. Liegt das Rank-Tracking im Tool der Agentur, geht es mit ihr. Fordern Sie einen Export an. Exportieren Sie auch die Search-Console-Daten, denn die Leistungsberichte reichen nur 16 Monate zurück.
  • Arbeitsdateien. Keyword-Maps, Audits, Textentwürfe. Prüfen Sie, ob der Vertrag deren Herausgabe vorsieht.
  • Domain und Hosting. Das ist meist Sache der Webagentur, doch auch SEO-Agenturen richten so etwas ein. Prüfen Sie, wer als Domaininhaber eingetragen ist, bei .de-Domains läuft das über die DENIC. Details dazu stehen in unserem Leitfaden zum Wechsel der Webagentur.

Warum Rankings beim Wechsel fallen, obwohl Google davon nichts weiß

Google weiß nicht, welche Agentur für Sie arbeitet, und es ist Google auch egal. Der Dienstleisterwechsel selbst ist also kein Rankingfaktor. Folgt auf einen Wechsel ein Einbruch, liegt es meist daran, dass zusammen mit der Agentur still etwas verschwunden ist. Finden Sie deshalb heraus, wo sie in Ihrer Website steckt.

  • Gemietete Links. Links aus einem Netzwerk gegen monatliche Gebühr können verschwinden, sobald die Zahlung endet. Solche Links können ohnehin gegen die Spam-Richtlinien von Google verstoßen. Fragen Sie, welche Links dauerhaft sind. Haben Sie sich auf gemietete verlassen, kalkulieren Sie eine Korrektur ein.
  • Plugins auf Agenturlizenz. Läuft das SEO-, Cache- oder Schema-Plugin über die Lizenz der Agentur, können Titel und strukturierte Daten nach deren Ablauf ausfallen.
  • Weiterleitungen. Regeln in einem CDN-Konto oder Plugin der Agentur können wegfallen, und alte URLs liefern plötzlich 404-Fehler.
  • Tracking-Rufnummern. Steht eine Call-Tracking-Nummer der Agentur in Ihrem Unternehmensprofil oder auf der Website, kann am Tag des Vertragsendes das Telefon verstummen. Das trifft den Umsatz, bevor sich irgendein Ranking bewegt.
  • Satellitenseiten. Landingpages auf Domains der Agentur gehören der Agentur. Identifizieren Sie die, die wirklich Besucher bringen, und klären Sie deren Zukunft.

Und noch eine Falle: Der Wechsel fällt mitunter mit dem Wunsch zusammen, bei der Gelegenheit gleich die Website neu zu machen. Trennen Sie das, wenn es irgend geht. Kommen neue Agentur und Relaunch gleichzeitig, lassen sich die Ursachen für alles, was danach passiert, nicht mehr auseinanderhalten.

Übergabe mit bewusster Überlappung

Planen Sie den Wechsel nach Ihrem Geschäftsjahr. Am ungünstigsten ist die Zeit direkt vor der Hauptsaison, also etwa vor dem Weihnachtsgeschäft im Handel oder vor dem Frühjahr im Garten- und Landschaftsbau. Dem Ranking schadet der Wechsel nicht, aber in den Einarbeitungswochen bleibt dann keine Zeit, Fehler zu beheben. Eine Kündigungsfrist, die sich mit dem neuen Vertrag überschneidet, ist kein verlorenes Geld, sondern eine Versicherung.

Zeitstrahl von der Zugangssicherung vier Wochen vor der Kündigung bis zur Baseline-Prüfung neun Wochen danach mit Übergabe und Audit
Ein Beispielplan; maßgeblich ist Ihre tatsächliche Kündigungsfrist.

In der Überlappung darf nicht jede Seite an der Website arbeiten. Die alte Agentur übergibt nur, die neue prüft nur. Führen Sie ein einziges Änderungsprotokoll, das Sie später zur Deutung von Ranking-Bewegungen brauchen werden. Halten Sie am Übergabetag außerdem den Ausgangspunkt fest: Positionen der kommerziellen Suchanfragen, indexierte Seiten sowie die monatlichen Formulare und Anrufe. Daran messen Sie später die neue Agentur und nicht an dem, woran sich jemand zu erinnern glaubt. Sind Sie in Deutschland, Österreich und der Schweiz aktiv, erfassen Sie den Ausgangspunkt je Markt und prüfen Sie die hreflang-Auszeichnung, denn Probleme dort verstecken sich gern hinter gesunden Gesamtzahlen.

Die neue Agentur prüfen: Fragen, die Vorträge ersetzen

Lassen Sie sich im Erstgespräch nicht nur eine Präsentation zeigen, sondern stellen Sie Fragen. Unser Beitrag dazu, wie Sie SEO-Angebote bewerten, behandelt die allgemeinen. Wer wechselt, sollte zusätzlich diese stellen:

  • „Was fällt Ihnen in unserer Search Console als Erstes auf?“ Geben Sie vor dem Angebot einen befristeten Lesezugriff. Eine gute Antwort spricht über konkrete Suchanfragen, Seiten und Zeiträume. Eine schwache erklärt SEO im Allgemeinen.
  • „Was würden Sie von der bisherigen Arbeit übernehmen?“ Seien Sie vorsichtig, wenn alles falsch sein soll, denn vielleicht wird Ihnen gerade ein Neuaufbau verkauft. Wer auch benennen kann, was funktioniert, stellt tatsächlich eine Diagnose.
  • „Wie gewinnen Sie Backlinks, und erhalten wir die Liste?“ Quellen sollten selbstverständlich offenliegen. Fallen die Wörter Netzwerk oder Paket, fragen Sie nach Einzelheiten.
  • „Auf wessen Namen laufen die Konten?“ Die einzig richtige Antwort lautet: auf Ihren, die Agentur ist berechtigter Nutzer.
  • „Wer ändert die Website? Wer verfolgt die Umsetzung, wenn unser Entwickler extern ist?“ War das Ihre bisherige Lücke, kann diese Antwort den Ausschlag geben.
  • „Was steht auf Seite eins Ihres Berichts?“ Sagen Sie, dass Sie dort Nicht-Marken-Suchen und Anfragen sehen möchten. Lassen Sie sich eine echte Vorlage zeigen.
  • „Was sollten wir nach drei und nach sechs Monaten sehen können?“ Erwarten Sie überprüfbare Ergebnisse und Messpunkte statt versprochener Zahlen.
  • „Wie läuft die Übergabe, wenn wir uns trennen?“ Diese Frage passt schon ins erste Gespräch. Wer locker antwortet, plant nicht, Kunden über ihre Daten zu halten.
Zweispaltige Gegenüberstellung überzeugender und bedenklicher Antworten einer neuen SEO-Agentur im Erstgespräch
Links ein Anbieter, der Ihre Daten liest, rechts einer, der Ihnen etwas verkauft.

Angebote vergleichen, wenn die Monatsrate nichts aussagt

Wer einmal enttäuscht wurde, ist beim zweiten Mal vorsichtiger, vergleicht aber trotzdem gern nur die Monatsrate. Dabei richtet sich das Honorar vor allem nach dem Umfang: Größe der Website, Wettbewerbsintensität, Content-Volumen, die Frage, wer technische Änderungen umsetzt, und ob lokal, national oder im gesamten DACH-Raum gearbeitet wird. Zwei Angebote können gleich aussehen, wobei das eine die Texterstellung enthält und das andere sie nur empfiehlt.

Gehen Sie darum die Kostenpositionen durch, die sich gern verstecken. Ist das Einstiegs-Audit enthalten? Steht das Content-Volumen im Angebot oder heißt es „nach Bedarf“? Werden technische Korrekturen umgesetzt oder nur aufgelistet? Werden die Stunden Ihres Entwicklers zu neuen Kosten? Wer zahlt die Tool-Lizenzen? Fehlen diese Angaben, vergleichen Sie zwei unterschiedlich gefüllte Körbe. Das Honorar selbst lässt sich seriös erst nennen, wenn der Umfang klar ist, und genau dafür ist ein erstes Gespräch da. Eine gewichtete Bewertung hilft dabei, die eigenen Prioritäten nicht aus den Augen zu verlieren.

Rechenbeispiel einer gewichteten Bewertung eines Agenturangebots nach Transparenz, Diagnose, Umsetzungskapazität und Messung
Gewichte und Noten sind Beispiele und sollten an Ihre Prioritäten angepasst werden.

Liegen zwei Agenturen eng beieinander, wählen Sie im Zweifel die mit der stärkeren Umsetzung. Das gilt besonders, wenn Ihre bisherige Enttäuschung aus Empfehlungen stammt, die nie live gegangen sind.

Wo Welda passt und wo nicht

Hier fassen wir uns kurz. Wenn Sie mit uns die SEO Agentur wechseln möchten, beginnen wir mit den Daten aus Search Console und Analytics. Mit Screaming Frog und PageSpeed Insights erstellen wir ein technisches Audit und fassen die Ergebnisse in einem priorisierten Bericht zusammen. Aus der Keyword- und Suchintentions-Recherche entsteht eine Keyword-Map, anschließend setzen wir On-Page-Änderungen, Content, interne Verlinkung und bei Bedarf lokales SEO samt Google Unternehmensprofil um. Zum Monatsende erhalten Sie einen Bericht zu Rankings, Traffic und Conversions. Wir arbeiten ausschließlich mit White-Hat-Methoden und garantieren keinen ersten Platz. Endet die Zusammenarbeit, bleiben Ihnen die technischen Korrekturen und veröffentlichten Inhalte erhalten.

Nun zu den Grenzen. Brauchen Sie vor allem eine Digital-PR- oder Linkaufbau-Kampagne, ist das in unserem Leistungsumfang nicht als eigene Position aufgeführt, also sprechen Sie uns direkt darauf an. Brauchen Sie schon im nächsten Monat Anfragen, ist SEO allein vermutlich nicht das richtige Werkzeug, und Suchmaschinenwerbung gehört mit auf den Tisch. Haben Sie das 30-Tage-Gespräch mit Ihrer jetzigen Agentur noch nicht geführt, raten wir dazu, das zuerst zu tun. Eine feste Preisliste gibt es bei uns nicht, wir erstellen einen Umfang und ein Angebot nach Ihrem Bedarf; das Honorar klärt sich im kostenlosen Gespräch.

Häufige Fragen

Fallen meine Rankings, wenn ich die SEO-Agentur wechsle?

Der Wechsel selbst wirkt sich nicht auf die Rankings aus. Ursache für einen Einbruch sind meist verschwundene Mietlinks, kaputte Weiterleitungen, ausgelaufene Plugin-Lizenzen oder ein zeitgleicher Relaunch. Listen Sie das vorab auf, sinkt das Risiko für Überraschungen. Eine Garantie, dass gar nichts schwankt, kann Ihnen aber niemand seriös geben.

Nach welcher Zeit darf ich eine SEO-Agentur beurteilen?

Technische Korrekturen können innerhalb von Wochen wirken, Content- und Ranking-Fortschritte werden in der Regel über 3 bis 9 Monate sichtbar. In dieser Zeit beurteilen Sie Lieferung und Richtung statt Positionen. Ist nach neun Monaten bei den kommerziellen Suchanfragen nichts passiert und gibt es keine plausible Erklärung, wird es Zeit für ein ernstes Gespräch.

Was tun, wenn die alte Agentur die Zugänge nicht herausgibt?

Fordern Sie sie schriftlich und mit Frist an. Für das Unternehmensprofil gibt es bei Google ein Verfahren zur Inhaberschaftsanfrage, und die Search Console lässt sich über Ihren eigenen DNS- oder Website-Zugang neu bestätigen. Liegt das Analytics-Konto komplett bei der Agentur, ist die Historie möglicherweise schwer zu retten. Legen Sie dann eine neue Property an und messen Sie ab heute. Für vertragliche Ansprüche wenden Sie sich an eine Anwältin oder einen Anwalt.

Können zwei Agenturen gleichzeitig an meiner Website arbeiten?

Überlappende Verträge sind kein Problem, zwei Agenturen, die dieselbe Website ändern, schon. Sie können dann nicht mehr erkennen, welche Arbeit was bewirkt hat. Beschränken Sie die alte Agentur auf die Übergabe und die neue auf das Audit.

Sollte ich SEO stattdessen intern aufbauen?

Das kann passen, wenn Sie bereits regelmäßig veröffentlichen und die Website schnell ändern können. Eine einzelne Person tut sich aber oft schwer, Technik, Content und Analyse gleichzeitig abzudecken, und die Tools kommen als eigene Position hinzu. Entscheidend sind das Arbeitsvolumen und die Frage, ob jemand diese Stelle fachlich führen kann.

Was bekommt die neue Agentur am ersten Tag von mir?

Zugang zu Search Console, Analytics und Unternehmensprofil, die Berichte der letzten zwölf Monate, die Backlink-Liste, eine eventuelle Disavow-Datei, ein Änderungsprotokoll der Website und Ihre Anfragedaten aus Formularen und Telefon. Liegt das bereit, verkürzt sich die Einarbeitung, und Sie können die Qualität der Diagnose früher beurteilen.

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