Stellen Sie einen Social Media Manager ein, wenn in Ihrem Betrieb täglich etwas Zeigenswertes passiert, Kundschaft über Direktnachrichten anfragt oder bucht und jemand im Haus diese Person führen kann. Fehlt eine dieser drei Voraussetzungen, vor allem wenn niemand die Arbeit beurteilen kann oder regelmäßiges Video auf mehreren Plattformen nötig ist, ist eine Agentur der sicherere Einstieg. Und wenn wenige Beiträge im Monat genügen, weil Aufträge über Empfehlungen oder Google kommen, brauchen Sie womöglich vorerst keins von beidem.
Die Frage „Social Media Manager oder Agentur“ wird meist als Preisfrage gestellt: das Gehalt aus der Stellenanzeige gegen die Zahl im Angebot. Nur kaufen beide Zahlen nicht dasselbe. Bei der Festanstellung kaufen Sie Arbeitszeit, und was daraus wird, müssen Sie steuern. Bei der Agentur kaufen Sie einen definierten Leistungsumfang, und Sie müssen dafür sorgen, dass sie nah genug an Ihren Betrieb herankommt. Dieser Beitrag vergleicht beide Wege anhand von drei Fragen: Was kostet ein ganzes Jahr wirklich? Wie viel lässt sich in einem Monat tatsächlich produzieren? Und läuft der Kanal weiter, wenn jemand ausfällt?

In der Anzeige steht eine Stelle, gemeint sind sechs Berufe
Viele Stellenanzeigen kleiner Betriebe lesen sich ähnlich: Redaktionsplanung, Grafik, Videodreh und Schnitt, Texte, Community-Betreuung, Werbeanzeigen, Reporting, dazu idealerweise noch die Pflege der Website. Das ist keine Stellenbeschreibung, sondern eine kleine Abteilung. Strategie, Grafikdesign, Video, Text, Kundendialog und Datenanalyse sind eigene Fähigkeiten, und selten beherrscht eine Person alle gleich gut.
In der Praxis rutscht die Arbeit deshalb dorthin, wo die Person stark ist. Wer aus dem Grafikdesign kommt, macht den Feed schön, liefert aber weniger Reels. Wer gern filmt, produziert auffällige Clips, und das Monatsreporting schrumpft auf zwei Zeilen. Wer texten kann, findet eine klare Sprache, und die Bilder bleiben bei der Vorlage. Das ist keine schlechte Leistung, sondern die logische Folge einer Anzeige, die eine Person für sechs Aufgaben sucht.
Fragen Sie deshalb vor der Einstellung zuerst: Was braucht unser Kanal in den nächsten zwölf Monaten am dringendsten? In der Gastronomie ist es vermutlich kurzes Video. Beim Maschinenbauer oder Zulieferer sind es saubere, fachlich belastbare Texte auf LinkedIn. Im Kosmetikstudio sind es Vorher-nachher-Inhalte und schnelle Antworten. Wer das nicht klärt, wählt am Ende nicht die passende Fähigkeit, sondern den besten Auftritt im Bewerbungsgespräch.
In der Agentur ist diese Verteilung auf dem Papier gelöst, weil sich mehrere Personen die Arbeit teilen. Die Tiefe unterscheidet sich aber deutlich. Fragen Sie, wer gestaltet, wer schneidet, wer textet und wie viele weitere Kunden diese Personen betreuen. Dann sehen Sie, welches Team tatsächlich hinter dem Angebot steht. Die übrigen Prüfpunkte haben wir im Beitrag Social-Media-Agentur auswählen zusammengefasst.
Wie viel Content entsteht in einem Monat wirklich?
Solange niemand rechnet, glaubt jeder seiner eigenen Schätzung. Eine einfache Stundenrechnung räumt viele Annahmen ab. Die folgenden Zahlen sind Beispiele und stammen aus keinem realen Betrieb; es geht um die Methode. Nehmen wir eine Vollzeitkraft mit 160 bezahlten Stunden im Monat, die für eine Plattform 6 Reels und 10 Grafiken erstellt. Ein Reel braucht von der Idee über den Dreh bis zum Schnitt 5 Stunden, eine Grafik 2 Stunden, alle Texte zusammen 10 Stunden.

Das ergibt 60 Stunden Produktion. Hinzu kommen Kommentare und Nachrichten, Planung und Reporting sowie Abstimmung und Freigaben. In kleinen Betrieben gibt es zudem eine Position, die kaum vermeidbar ist: der Flyer zum Stadtfest, das Banner auf der Website, die Präsentation für die Messe, die Stellenanzeige für die Ausbildung. Das beginnt mit dem Satz „Du kennst dich doch mit Grafik aus“ und kostet in unserem Beispiel 25 Stunden. Von 160 Stunden bleiben so nur 15 Stunden Puffer.

Das sagt zweierlei. Erstens kann eine einzelne Person eine Plattform bei moderatem Umfang durchaus stemmen; die Behauptung, eine Person reiche nie, stimmt nicht. Zweitens ist der Spielraum gering. Kommt LinkedIn oder TikTok dazu oder sollen es vier Reels mehr werden, sind 20 weitere Stunden fällig und die Rechnung geht nicht mehr auf. Urlaub, Krankheit und Feiertage sind darin noch gar nicht enthalten. Das Bundesurlaubsgesetz sieht einen Mindesturlaub vor, in vielen Betrieben liegt der tatsächliche Anspruch darüber. Soll der Kanal in dieser Zeit nicht ruhen, muss der Vorrat aus eben diesem Puffer vorproduziert werden.
Für Ihre eigene Rechnung genügen vier Zeilen: Wie viele Beiträge pro Monat? Welche realistische Zeit je Format? Wie lange dauern Kommentare und Nachrichten am Tag? Und was soll diese Person sonst noch erledigen? Die vierte Zeile ist die, bei der Inhaberinnen und Inhaber am optimistischsten sind. Wie sich der Umfang dann auf einen Kalender verteilt, zeigt unser Beitrag Social-Media-Redaktionsplan erstellen.
Gehaltsabrechnung und Agenturrechnung messen nicht dasselbe
Bruttogehalt gegen Monatshonorar ist ein bequemer, aber schiefer Vergleich. Zum Gehalt kommen die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, gegebenenfalls Umlagen, betriebliche Altersvorsorge oder andere Zusatzleistungen, außerdem bezahlter Urlaub und die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Lassen Sie Ihre Steuerberatung das anhand Ihrer tatsächlichen Lohnabrechnung ausrechnen, statt mit einer Faustformel zu arbeiten. Dazu kommen Smartphone oder Kamera, Licht, Mikrofon, ein schnittfähiger Rechner und Softwarelizenzen, also teils einmalige, teils jährlich wiederkehrende Posten.

Bei der Agentur liegt die Falle anderswo: Was deckt das Honorar ab? „Social-Media-Betreuung“ kann im einen Angebot Dreh, Schnitt und DM-Betreuung bedeuten und im anderen vorlagenbasierte Beiträge plus Einplanung. Fragen Sie jeden Punkt einzeln ab: Korrekturschleifen, weitere Plattformen, Drehtage, Lizenzen für Bilder und Musik, Anzeigenbetreuung, Mehraufwand bei Kampagnen. Das Werbebudget läuft in beiden Modellen in der Regel getrennt.
Am saubersten vergleichen Sie über eine gemeinsame Einheit. Schreiben Sie für jede Option die Gesamtkosten über zwölf Monate auf und teilen Sie sie durch die Zahl der Beiträge, die in diesen zwölf Monaten veröffentlicht werden sollen. Das entscheidet noch nichts, weil Qualität und Community-Arbeit in dieser Division nicht auftauchen. Aber Sie sehen, ob die scheinbar günstige Lösung pro Beitrag die teuerste ist. Tragen Sie zusätzlich Ihre eigenen Stunden ein, denn Führung, Briefing und Feedback kosten Zeit, Materiallieferung und Freigaben ebenfalls.
Eine deutsche Besonderheit: die Künstlersozialabgabe
Wer regelmäßig selbstständige Kreative beauftragt, also etwa Grafikerinnen, Texter oder Fotografinnen, kann in Deutschland künstlersozialabgabepflichtig sein. Das gilt nicht nur für Agenturen, sondern kann auch Unternehmen treffen, die für die eigene Werbung regelmäßig solche Aufträge vergeben. Wie Zahlungen an eine Agentur zu behandeln sind, hängt unter anderem von deren Rechtsform ab. Ob und in welcher Höhe das Sie betrifft, klären Sie am besten mit Ihrer Steuerberatung; in einen ehrlichen Vergleich gehört die Frage aber hinein, gerade wenn Sie mit mehreren Freelancern arbeiten wollen. Rechnungsstellung und Vorsteuerabzug bei der Agenturrechnung sind ebenfalls ein Thema für dieses Gespräch.
Was passiert bei Urlaub, Krankheit oder Elternzeit?
Kontinuität steht in keiner Kostentabelle, wird aber auf Social Media am schnellsten spürbar. Bei einer einzelnen Kraft liegt alles in einem Kopf: Markenstimme, Antworten auf heikle Fragen, was warum funktioniert hat, wo die Vorlagen liegen, wie die Passwörter lauten. Zwei Wochen Urlaub bremsen den Kanal. Eine längere Erkrankung kann mit Entgeltfortzahlung einhergehen, also doppelte Kosten, wenn Sie Ersatz brauchen. Bei Elternzeit lässt sich die Stelle vertreten, die Vertretung muss aber erst gefunden und eingearbeitet werden. Und eine Kündigung ist die eigentliche Probe, zumal die Nachbesetzung dauern kann.

Dieses Risiko lässt sich günstig senken: ein kurzes Dokument zu Markenstimme und Antwortregeln, ein gemeinsamer Ordner, eine monatliche Notiz zu dem, was funktioniert hat, und ein Vorrat fertiger Beiträge für geplante Abwesenheiten. Nehmen Sie das schon in die Stellenbeschreibung auf. Wenn jemand alles allein im Griff behält, ist das selten böse Absicht; meist hat nur niemand etwas anderes verlangt.
Auch die Agentur ist keine Garantie, das Risiko liegt nur anders. Die Betreuerin, die Ihr Geschäft verstanden hat, kann das Haus verlassen, Ihr Kanal kann an jemand Unerfahreneren wandern, und bei einem großen Neukunden kann die Aufmerksamkeit nachlassen. Fragen Sie schon im Angebotsgespräch: Wer betreut uns? Wann erfahren wir von einem Wechsel? Wie läuft die Übergabe? Der Urlaub einer Person stoppt bei der Agentur nicht den Kanal, aber dieser Vorteil schrumpft, wenn alles an einer einzigen Ansprechperson hängt, die keine Vertretung hat.
Was eine Agentur nicht kann: im Betrieb stehen
Das stärkste Argument für die interne Kraft sind nicht die Kosten, sondern der Zugang. Das erste Blech aus dem Ofen der Bäckerei um fünf Uhr, das kuriose Problem am Auto auf der Hebebühne, die neue Maschine, die in die Tischlerei gehoben wird, die Vorher-nachher-Situation im Friseursalon: Vieles davon lässt sich nicht planen und morgen nicht noch einmal stellen. Wer dort arbeitet, bemerkt es, zückt das Smartphone und hat es in fünfzehn Sekunden.
Eine Agentur sieht diese Momente nur auf zwei Wegen: am geplanten Drehtag oder über Material, das Sie schicken. Drehtage liefern saubere Serien, aber nichts Spontanes. Material kommt nur, wenn im Betrieb jemand das zur Gewohnheit macht. Genau hier gerät eine Zusammenarbeit typischerweise ins Stocken: Die Agentur sagt, es komme kein Material, der Betrieb sagt, die Beiträge sähen alle gleich aus, und beide haben recht.
Wie viel das wiegt, hängt von der Branche ab. Im Handwerk, in der Gastronomie, im Salon oder im Fitnessstudio ist die Nähe viel wert, allerdings kann ein Teammitglied mit Smartphone einen Großteil davon ausgleichen. Dafür eignet sich ein interner „Content-Pate“: keine neue Stelle, sondern eine benannte Person, die wöchentlich Material weitergibt. In der Arztpraxis liegt der Fall anders: Patientenbilder brauchen eine Einwilligung, das Heilmittelwerbegesetz und das Berufsrecht setzen Grenzen, und die Anwesenheit vor Ort zählt weniger als eine Planung, die diese Regeln kennt. Beim B2B-Mittelständler steckt der Rohstoff im Wissen der Fachleute. Das kennt weder die Agentur noch ein frisch eingestellter Junior, deshalb braucht es in beiden Modellen ein regelmäßiges Gespräch mit Ihren Ingenieurinnen und Technikern.
Die Prüffrage lautet also: Hebt uns das, was hier täglich passiert, aus der Masse, oder ein gut gebauter Plan? Beim ersten brauchen Sie eine interne Kraft oder einen Paten. Beim zweiten reicht ein externes Team.
Wem gehört das Postfach: Marketing oder Vertrieb?
Über Direktnachrichten wird am wenigsten gesprochen. In vielen Betrieben sind sie längst ein Vertriebskanal: „Haben Sie das noch da?“, „Geht morgen ein Termin?“, „Machen Sie auch ein Angebot für 40 Personen?“ Diese Fragen beantwortet man nicht mit Designtalent, sondern mit Wissen über Bestand, Kalender und Preise. Eine Agentur kann schlicht nicht wissen, was heute im Regal liegt und welcher Termin morgen frei ist.
Ziehen Sie die Grenze daher früh. Geben Sie der Agentur schriftliche Antworten auf häufige Fragen und legen Sie fest, welche Nachrichten an wen, auf welchem Weg und innerhalb welcher Frist weitergehen. Bei der internen Kraft ist das Risiko umgekehrt: Das Postfach frisst den Tag, und die Produktion steht. In einem belebten Betrieb ist es oft sinnvoller, die Nachrichten mit dem Empfang zu teilen, als noch jemanden einzustellen.
Datenschutz gehört in diese Überlegung. Nachrichten enthalten Namen, Telefonnummern, manchmal Gesundheitsangaben. Nach der DSGVO kann eine externe Agentur mit Zugriff auf solche Daten einen Auftragsverarbeitungsvertrag erfordern. Auch die Rolle des Unternehmens beim Betrieb einer Fanpage und die Impressumspflicht auf Social-Media-Profilen werden immer wieder diskutiert; Beiträge mit werblichem Charakter müssen zudem erkennbar sein, wenn Sie etwa Kooperationen eingehen. Klären Sie Einzelheiten mit Ihrer Datenschutzbeauftragten oder einer Kanzlei, dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung. Praktisch gilt überall: Wissen, wer Zugriff hat, persönliche Zugänge statt Sammelpasswort, Zugriffe beim Ausscheiden sofort entziehen. Wer im Krisenfall spricht, sollte ebenfalls vorab feststehen; unser Beitrag zum Social-Media-Krisenmanagement hilft beim Aufschreiben.
Die eigentliche Hürde bei der ersten Einstellung: Woran erkennen Sie gute Arbeit?
Wer selbst nicht aus dem Fach kommt, kann Bewerbungen schwer einschätzen. Ein gepflegtes privates Profil, viele Follower oder der Satz „Ich habe den Kanal von Marke X betreut“ sind kaum überprüfbar. Und wenn Sie den Kanal dem jungen Azubi übergeben, weil er „sich damit auskennt“, ist das dasselbe Problem: Privat Apps nutzen und damit geschäftliche Ergebnisse erzielen sind verschiedene Dinge.
Verlagern Sie das Gespräch deshalb vom Portfolio auf die Arbeit. Stellen Sie eine kleine, bezahlte Probeaufgabe aus Ihrem Betrieb: einen Wochenplan und zwei Entwürfe. Fragen Sie dann: Was hat sich auf dem Kanal verändert, und woher wissen Sie, dass es an Ihnen lag? Nennen Sie einen Beitrag mit vielen Likes, der dem Geschäft nichts gebracht hat. Was würden Sie bei uns in den ersten drei Monaten nicht tun? Enden alle Antworten bei Follower-Zahlen, ist Vorsicht angebracht. Die Kennzahlen aus unserem Social-Media-Analytics-Leitfaden helfen auch in diesem Gespräch.
Klären Sie ebenso die Führungsfrage: Wer setzt die Ziele, wer prüft die Arbeit, wem fällt ein schlechter Monat auf? Fehlt diese Person, wird die Kraft zur internen Grafikabteilung für alle. Nutzen Sie die Probezeit mit konkret vereinbarten Ergebnissen. Eine Agentur reduziert diesen Führungsaufwand, nimmt ihn aber nicht weg: Der Monatsbericht muss weiterhin von jemandem gelesen werden, der fragt, ob er dem Geschäft genützt hat.
Dazwischen: Mischmodelle, und die Option „noch nicht“
Die Entscheidung ist nicht binär. Drei Zwischenlösungen sind eine Prüfung wert, jede mit eigener Schwachstelle.

- Interne Kraft plus externe Hilfe: Tagesgeschäft und Nachrichten bleiben im Haus; Strategie, Videoschnitt oder Designvorlagen kommen von außen. Das passt zu Betrieben mit viel Sichtbarem und höherem Volumen. Auch eine Werkstudentin kann hier das Tagesgeschäft unterstützen, sofern jemand sie anleitet; die Strategie sollte man ihr nicht allein überlassen.
- Freelancer: Flexibel für einzelne Aufgaben wie Schnitt und Grafik. Koordination und Planung bleiben meist bei Ihnen. Arbeitet jemand dauerhaft nur für Sie und nach Ihren Weisungen, kann das Thema Scheinselbstständigkeit aufkommen; lassen Sie das im Zweifel prüfen.
- Agentur plus Pate: Plan, Grafik, Text und Reporting liegen bei der Agentur; eine Person im Haus liefert mehrmals pro Woche Smartphone-Material und eine kurze Wochennotiz. Es braucht keine neue Stelle, aber eine klare Ansage, dass das zu ihren Aufgaben zählt.
Die vierte ehrliche Option heißt: noch nicht. Wenn Ihre Aufträge über Empfehlungen oder Google hereinkommen, Social Media eher ein Schaufenster ist und wenige gute Beiträge im Monat genügen, rechnen sich Vollzeitgehalt oder monatliches Honorar womöglich noch nicht. Starten Sie dann mit einer einfachen Routine und Vorlagen, und erhöhen Sie das Budget, sobald Sie sehen, dass der Kanal Kundschaft bringt.
Das Ende der Zusammenarbeit am ersten Tag regeln
Das gilt für Festanstellung und Agentur gleichermaßen, und hier passieren die teuersten Fehler. Wurde der Kanal mit einer privaten E-Mail-Adresse eröffnet, laufen die Zwei-Faktor-Codes auf ein Privathandy oder liegt das Werbekonto im Portfolio der Agentur, müssen Sie beim Abschied um den eigenen Kanal kämpfen. Lösen Sie das am ersten Tag, auch wenn das Verhältnis bestens ist.

Dazu gehören auch die Rechte. Urheberrechte selbst lassen sich in Deutschland grundsätzlich nicht übertragen; geregelt werden Nutzungsrechte. Bei Angestellten ergibt sich vieles aus dem Arbeitsverhältnis, bei Freelancern und Agenturen sollten Umfang der Nutzungsrechte und die Herausgabe offener Dateien ausdrücklich im Vertrag stehen. Für Musik, Stockbilder und Aufnahmen von Mitarbeitenden oder Kundschaft braucht es eigene Erlaubnisse; bei Bildern von Mitarbeitenden empfiehlt sich eine schriftliche Einwilligung, und klären Sie vorab, was beim Ausscheiden damit geschieht. Lassen Sie Vertragsmuster im Zweifel juristisch prüfen.
Der Wechsel, ohne dass der Kanal verstummt
Viele Betriebe lassen den Kanal während eines Wechsels einfach ruhen. Das ist keine Katastrophe, aber vermeidbar. Beim Wechsel von der Festanstellung zur Agentur nutzen Sie die Kündigungsfrist für mindestens zwei Wochen Überschneidung: Zugriffe übernehmen, beste und schlechteste Beiträge auflisten, wiederkehrende Fragen aus den Nachrichten sammeln. Beim Wechsel von der Agentur zur Festanstellung beginnen Sie die Stellensuche lange vor Vertragsende, denn Kündigungsfristen auf der Bewerberseite verlängern den Vorlauf. Fordern Sie Vorlagen, offene Dateien und die Berichte der letzten sechs Monate an und bauen Sie den ersten Monatsplan gemeinsam.
In beiden Fällen sind die ersten sechs Wochen keine Wachstumsphase. Ziel ist, den Rhythmus zu halten und die neue Ordnung einzurichten: Woche eins und zwei Zugänge, Dokumente, Vorrat; Woche drei und vier Veröffentlichungsrhythmus und DM-Abläufe; Woche fünf und sechs erste Auswertung. Schauen Sie dabei nicht nur auf Follower, sondern auf Profilbesuche, Linkklicks, eingehende Anfragen und abgeschlossene Aufträge. Am Ende dieser Phase wird sichtbar, was nicht funktioniert.
Wo Welda in dieser Entscheidung steht
Wir sind eine Agentur und daher in dieser Frage nicht neutral. Umso klarer sagen wir, wo wir helfen und wo möglicherweise nicht. Für Betriebe, die bei „Social Media Manager oder Agentur“ zur Agentur tendieren, liefert Welda aus einem Team: Strategie, monatlichen Content-Kalender, Design und Content-Erstellung, Texte, Betreuung von Kommentaren und DMs sowie einen monatlichen Performance-Bericht. Wir betreuen Instagram, Facebook, TikTok, LinkedIn und YouTube, Sie haben eine feste Ansprechperson, und Eigentum sowie Zugriff auf Ihre Konten bleiben jederzeit bei Ihnen. Von Ihnen benötigen wir Grundlagen wie Logo, Markenbilder und gegebenenfalls Produktfotos.
Was wir nicht können, steht weiter oben: täglich in Ihrem Betrieb stehen. Liegt der Reiz Ihres Betriebs in spontanen Momenten und fängt sie vor Ort niemand ein, liefert ein externes Team womöglich nicht das beste Ergebnis, und ein Mischmodell oder eine interne Kraft passt besser. Gehen Sie auch nicht davon aus, dass Drehtage vor Ort automatisch enthalten sind, das klären wir im Gespräch. Eine feste Preisliste gibt es nicht: Der Preis richtet sich nach Anzahl der Plattformen, monatlichem Content-Umfang und Leistungsumfang und wird im kostenlosen Gespräch konkret. Dort können wir auch die Stundenrechnung gemeinsam durchgehen. Spricht das Ergebnis derzeit für eine Einstellung, sagen wir Ihnen auch das.
Häufige Fragen
Ist für einen kleinen Betrieb ein Social Media Manager oder eine Agentur sinnvoller?
Bei einem Einzelstandort ohne Marketingverantwortliche ist eine Agentur oder das Modell Agentur plus Pate zum Einstieg meist risikoärmer, weil Auswahl und Führung einer einzelnen Person entfallen. Passiert aber viel vor Ort und kommen viele Anfragen über DMs, kann eine interne Kraft mehr bewirken. Prüfen Sie das mit der Stundenrechnung oben.
Ist eine Teilzeitkraft oder ein Minijob ein guter Kompromiss?
Bei wenig Volumen und enger Aufgabenbeschreibung kann das funktionieren. Allerdings schafft es eine Teilzeitkraft oft nicht, Kommentare und Nachrichten im Tagesverlauf aufzufangen, und Abstimmungen nehmen anteilig mehr Raum ein. Bei einem Minijob ist der Stundenrahmen noch enger. Rechnen Sie die Stunden neu; häufig bleibt nur eine Plattform.
Bleibt bei einer Agentur im Betrieb gar nichts mehr zu tun?
Doch. Material schicken, Beiträge freigeben, Fragen zu Bestand und Terminen beantworten und Ergebnisse lesen bleiben bei Ihnen. Das geht mit einer kurzen Wochenroutine, ist aber nicht null. Die Erwartung, alles sei damit erledigt, führt fast zwangsläufig zu Enttäuschung.
Gehört Social-Media-Werbung in diesen Vergleich?
Betrachten Sie sie getrennt. Organische Inhalte und Anzeigen brauchen unterschiedliche Fähigkeiten, und das Werbebudget steht neben dem Honorar. Fragen Sie Bewerbende oder die Agentur, wie sie Kampagnen aufgesetzt und gemessen haben, und lassen Sie sich schriftlich geben, ob Anzeigenbetreuung im Umfang enthalten ist.
Wann sehe ich erste Ergebnisse?
In beiden Modellen zeigen sich deutliche Fortschritte bei Konstanz und Interaktion meist in den ersten Monaten; nachhaltiges Wachstum hängt von kontinuierlicher Veröffentlichung ab. Rechnen Sie bei der Neueinstellung die Einarbeitung ein, bei der Agentur Kennenlernen und ersten Plan. Messen Sie nach dem ersten Monat den Rhythmus, nicht das Wachstum.
Was passiert mit meinen Konten, wenn ich die Agentur verlasse?
Das hängt vom Vertrag ab und davon, wie die Konten eingerichtet wurden. Haben Sie die Liste oben am ersten Tag abgehakt, gehört alles bereits Ihnen. Bei Welda bleiben Eigentum und Zugriff von Anfang an bei Ihnen; bei anderen Anbietern lassen Sie sich das im Angebot schriftlich bestätigen.
Was ist der nächste Schritt zur Entscheidung?
Notieren Sie Ihren monatlichen Content-Bedarf, Ihr Nachrichtenaufkommen und die Führungsstunden, die Sie erübrigen können. Danach können Sie die Frage Social Media Manager oder Agentur im kostenlosen Gespräch mit uns durchgehen; mit diesen Notizen sprechen wir direkt über Ihre Zahlen.