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Google Ads Agentur wechseln: Konto, Daten und Vertrag sicher übergeben

Welda-Team15 Min. Lesezeit1 November 2026

Wer die Google Ads Agentur wechseln möchte, kann das in der Regel ohne Kampagnenpause tun, sofern das Konto auf das eigene Unternehmen läuft, ein eigener Administratorzugang besteht und die Conversion-Daten nicht von der bisherigen Agentur abhängen. Die Reihenfolge entscheidet: erst Zugriff sichern, dann Abhängigkeiten erfassen und Daten sichern, danach kündigen. Wer zuerst kündigt und anschließend nach dem Zugang fragt, verhandelt aus der schwächeren Position.

Dieser Leitfaden richtet sich an Werbetreibende, die mit ihrer Agentur unzufrieden sind und vor der Entscheidung stehen. Er behandelt zuerst das, womit sich Unternehmen in Deutschland in der Praxis zuerst beschäftigen müssen, nämlich Vertrag und Kündigungsfrist. Dann geht es um die eigentliche Frage, ob ein Wechsel das Problem überhaupt löst, um Datenschutz, um die technischen Fallstricke und um einen Übergabeplan, bei dem nicht zwei Teams gleichzeitig am Konto arbeiten.

Laufzeit und Kündigungsfrist: Was im Vertrag stehen sollte

Agenturverträge unterscheiden sich stark. Manche laufen monatlich, andere haben eine Mindestlaufzeit und verlängern sich automatisch, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird. Suchen Sie als Erstes nach vier Punkten, bevor Sie mit irgendjemandem sprechen:

  • Mindestlaufzeit und automatische Verlängerung: Wann ist der nächste mögliche Ausstieg, und bis zu welchem Datum muss die Kündigung zugehen? Tragen Sie dieses Datum sofort in den Kalender ein, denn ein verpasster Termin kann Sie um eine ganze weitere Laufzeit binden.
  • Form der Kündigung: Verlangt der Vertrag Textform oder Schriftform? Kündigen Sie so, dass Sie den Zugang belegen können.
  • Herausgabepflichten: Was muss die Agentur am Ende übergeben? Gemeint sind Zugänge, Kampagnenstruktur, Anzeigentexte, Bilder, Videos, Keyword-Recherchen und Berichte.
  • Nutzungsrechte: Wer darf Texte und Creatives nach Vertragsende weiterverwenden? Fehlt eine Regelung, gehen Sie nicht einfach davon aus, dass bezahlte Arbeit automatisch uneingeschränkt Ihnen gehört.

Bei Unklarheiten fragen Sie die Agentur schriftlich und holen bei größeren Budgets rechtlichen Rat ein. Dieser Artikel ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Sprechen Sie vor einer außerordentlichen Kündigung unbedingt mit einem Anwalt, denn deren Voraussetzungen sind eng und ein Fehler kann teuer werden.

Für den Zeitplan ist die Kündigungsfrist die wichtigste feste Größe. Rechnen Sie vom Vertragsende aus rückwärts. Ist der Ausstieg erst in einigen Monaten möglich, haben Sie mehr Zeit für die Vorbereitung und sollten sie nutzen. Eine lange Restlaufzeit ist außerdem ein Grund, das Gespräch über konkrete Nachbesserungen zu suchen, statt schweigend zu warten, denn das Honorar zahlen Sie in dieser Zeit ohnehin.

Liegt es wirklich an der Agentur?

Ein Wechsel kostet Kraft und Zeit: Das neue Team muss Ihr Geschäft verstehen, die Messung wird korrigiert, die Zahlen schwanken eine Weile. Liegt die Ursache woanders, tragen Sie diesen Aufwand und stehen nach einem halben Jahr wieder am selben Punkt. Fassen Sie Ihre Unzufriedenheit deshalb in einem Satz zusammen und prüfen Sie ihn ehrlich.

Entscheidungsschema, das typische Beschwerden über eine Google-Ads-Agentur der ersten sinnvollen Prüfung zuordnet
Die Beschwerde ist der Ausgangspunkt für eine Prüfung, noch nicht der Grund für den Wechsel.

„Es kommen Anfragen, aber kaum Aufträge.“ Prüfen Sie, wie schnell Ihr Vertrieb reagiert. Ein Handwerksbetrieb, der Anfragen erst nach Tagen beantwortet, verliert den Kunden oft an den Betrieb, der schneller zurückruft. Schauen Sie zugleich in den Bericht zu den Suchbegriffen. Zeigen die Suchanfragen keine Kaufabsicht, ist auch die Aussteuerung ein Teil des Problems. Beides kann gleichzeitig zutreffen.

„Die Klicks sind zu teuer.“ Klickpreise entstehen in der Auktion, und keine Agentur schafft den Wettbewerb ab. Entscheidend ist, ob aus den Klicks profitable Kunden werden. Wie Sie das mit Ihrer eigenen Marge rechnen, erklärt unser Beitrag ROAS und Werberendite messen.

„Wir wissen nicht, was die Agentur eigentlich tut.“ Das ist die Beschwerde, die am deutlichsten die Agentur betrifft. Der Änderungsverlauf in Google Ads zeigt, wer wann was geändert hat. Viele Änderungen sind nicht automatisch gute Arbeit, und ein solides Konto braucht nicht jeden Tag einen Eingriff. Wenn aber über Monate kaum etwas passiert und der Bericht nur Impressionen und Klicks nennt, haben Sie eine sachliche Gesprächsgrundlage.

„Der letzte Monat war schlecht.“ Hier ist Vorsicht angebracht. In einem Konto mit wenigen Conversions pro Monat kann schon der Zufall starke Ausschläge erzeugen. Ein Maschinenbauer mit monatelangen Angebotsprozessen kann eine Agentur nicht am letzten Monat messen. Auch Saison und neue Wettbewerber spielen hinein.

Wenn Sie unsicher sind, geben Sie der bisherigen Agentur eine letzte, klar umrissene Chance. Formulieren Sie drei messbare Forderungen mit Termin, zum Beispiel: Suchbegriffe monatlich teilen, Verkäufe aus dem CRM in den Bericht aufnehmen, eine bestimmte Conversion-Definition korrigieren. Die Reaktion darauf ist aufschlussreicher als das Bauchgefühl der letzten Monate. Manchmal rettet genau das die Zusammenarbeit, und auch das ist ein gutes Ergebnis.

Wem gehört das Konto? Der Blick in die Zugriffsverwaltung

Viele Unternehmen halten das Konto für ihr eigenes, weil sie die Rechnungen bezahlen. Das eine folgt aber nicht aus dem anderen. Melden Sie sich mit Ihrem eigenen Google-Login bei Google Ads an und öffnen Sie die Zugriffsverwaltung (die Menübezeichnungen ändern sich gelegentlich, gesucht ist die Nutzerliste). Dort sollte Ihre geschäftliche Adresse mit der Berechtigung „Administrator“ stehen. Mit „Standard“ oder „Nur Lesen“ sehen Sie zwar die Daten, können aber keine Nutzer verwalten. Taucht das Konto gar nicht auf, haben Sie momentan keinen Zugriff, egal was auf den Rechnungen steht.

Daneben sehen Sie die verknüpften Verwaltungskonten. Dass eine Agentur ihre Kunden über ein eigenes Verwaltungskonto (MCC) betreut, ist üblich und für sich genommen unproblematisch. Heikel wird es, wenn außerhalb dieser Verknüpfung niemand aus Ihrem Unternehmen Zugriff hat. Bitten Sie in diesem Fall schriftlich um eine Einladung auf eine Firmenadresse, und legen Sie eine zweite berechtigte Person an, damit der Zugang nicht an einem einzelnen Mitarbeiter hängt. Das Gespräch über das Vertragsende führen Sie am besten erst, nachdem Sie die Einladung angenommen haben.

Prüfen Sie dann die übrigen Systeme genauso. Der Überblick unten zeigt, wo Sie jeweils nachsehen und was beim Wechsel schiefgehen kann.

Tabelle mit Google Ads, GA4, Tag Manager, Merchant Center, Meta und Rufnummern, jeweils mit Prüfort und Risiko
Für jedes System dieselbe Frage: Läuft es weiter, wenn die Agentur morgen nicht mehr da ist, und wer könnte es reparieren?

Bei Meta lohnt ein gesonderter Blick. Ein Werbekonto, das im Business-Portfolio der Agentur angelegt wurde, lässt sich im Allgemeinen nicht in Ihr Portfolio verschieben. Sie können Partnerzugriff erhalten, brauchen langfristig aber womöglich ein eigenes Werbekonto. Prüfen Sie den aktuellen Stand in der Hilfe der Plattform, weil sich solche Regeln ändern. Für den Merchant Center fragen Sie analog: Liegt Ihr Feed in einem eigenständigen Konto oder unter einem Mehrfachkundenkonto der Agentur?

Vier Abhängigkeiten, die erst beim Trennen auffallen

Die teuersten Pannen beim Agenturwechsel melden sich nicht mit einer Fehlermeldung. Die Conversions sinken schleichend oder eine Rufnummer ist plötzlich tot, und jemand bemerkt es erst Wochen später. Die folgenden vier Punkte sind in der Oberfläche leicht zu übersehen.

Conversions im Verwaltungskonto der Agentur. Agenturen können Conversion-Aktionen auf Ebene ihres Verwaltungskontos anlegen, das sogenannte kontoübergreifende Conversion-Tracking. Wird die Verknüpfung gelöst, kann Ihr Konto genau die Datenquelle verlieren, mit der die Gebotsstrategie arbeitet. Klären Sie, wo jede Aktion definiert ist, und lassen Sie den Ersatz schon laufen, bevor die Verknüpfung entfernt wird.

Geteilte Listen und Portfolio-Gebotsstrategien. Auch Listen auszuschließender Keywords und Portfolio-Gebote können im Verwaltungskonto liegen, ebenso automatische Regeln und Skripte. Eine über Jahre gepflegte Ausschlussliste kann mit der Verknüpfung verschwinden, und das Budget fließt wieder in Suchanfragen, die längst ausgeschlossen waren. Übertragen Sie die Listen vorher in Ihr eigenes Konto.

Rufnummern der Agentur. Laufen Anrufe über von der Agentur bereitgestellte Weiterleitungsnummern, können diese mit Vertragsende abgeschaltet werden. Dann ruft Ihr Kunde an und erreicht niemanden. Klären Sie, wem die Nummer gehört und ob sie übernommen werden kann.

Landingpages und Dashboards. Liegen die Zielseiten in einem Seiten-Tool der Agentur, können sie mit deren Abo offline gehen, und die Anzeigen führen ins Leere. Berichte, die über den Login der Agentur laufen, aktualisieren sich dann nicht mehr. Lassen Sie sich Inhalte und Bildmaterial geben und planen Sie die Seiten auf Ihrer eigenen Domain neu. Die Website-Seite desselben Problems, mit Domain und Hosting, behandelt unser Leitfaden zum Wechsel der Webagentur.

DSGVO beim Agenturwechsel: AVV, Einwilligung und Kundenlisten

Agenturen arbeiten oft mit personenbezogenen Daten. Beim Wechsel treffen deshalb mehrere Datenschutzthemen zusammen, die in vielen Übergabeplänen fehlen. Die folgenden Punkte sind allgemeine Hinweise. Maßgeblich ist die Einschätzung Ihres Datenschutzbeauftragten oder Ihrer Rechtsberatung.

Auftragsverarbeitung. Verarbeitet eine Agentur personenbezogene Daten in Ihrem Auftrag, ist in der Regel ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) nach Art. 28 DSGVO nötig. Sehen Sie nach, ob ein solcher Vertrag mit der bisherigen Agentur besteht und was er zur Löschung oder Rückgabe nach Vertragsende sagt. Fordern Sie bei Ende der Zusammenarbeit eine Bestätigung an. Mit der neuen Agentur klären Sie das Thema, bevor sie Zugriff auf Kundendaten erhält, nicht danach.

Kundenlisten. Für Customer Match werden Listen mit E-Mail-Adressen in Google Ads geladen. Fragen Sie, welche Listen existieren, woher die Daten stammen und auf welcher Grundlage sie genutzt wurden. Liegen Exportdateien auf Rechnern oder Laufwerken der Agentur, gehört auch deren Löschung auf die Liste.

Einwilligung und Tags. Der Einsatz von Marketing-Tags auf Ihrer Website setzt in Deutschland regelmäßig eine wirksame Einwilligung voraus; neben der DSGVO spielt hier das TDDDG eine Rolle. Ein Agenturwechsel ist ein guter Anlass zu prüfen, ob Ihr Cookie-Banner die vorhandenen Tags tatsächlich steuert. Tags früherer Dienstleister bleiben leicht unbemerkt im Container und feuern womöglich ohne Einwilligung. Prüfen Sie außerdem, ob der Consent Mode von Google korrekt eingerichtet ist, denn er beeinflusst, welche Signale Google im Europäischen Wirtschaftsraum nutzen kann. Lehnt ein Teil der Besucher die Einwilligung ab, sehen Sie auch nicht jede Conversion. Die Lücke zum tatsächlichen Umsatz ist daher zum Teil normal und nicht automatisch ein Fehler der Agentur.

Zugänge entziehen. Nach dem Wechsel entfernen Sie die bisherigen Nutzer aus Google Ads, GA4, Tag Manager, Merchant Center, Meta, CRM und Website-Backend. Das ist auch eine Frage der Datensicherheit, denn jeder aktive Altzugang ist ein unnötiger Zugriff auf Daten.

Rechnungen. Läuft das Werbebudget bisher über die Agentur und künftig direkt über Google, ändert sich der Rechnungssteller und womöglich auch die umsatzsteuerliche Behandlung. Besprechen Sie das rechtzeitig mit Ihrer Steuerberatung und klären Sie etwaige Guthaben oder offene Beträge mit der Agentur schriftlich.

Conversion-Daten: Wie viel ist Ihr Konto wirklich wert?

Kampagnen lassen sich neu bauen. Wertvoll ist vor allem, ob die Zahlen darunter stimmen. Automatische Gebotsstrategien optimieren auf das, was als Conversion markiert ist. Steht dort ein Seitenaufruf oder ein Klick auf die Telefonnummer, findet das System sehr zuverlässig Menschen, die Seiten aufrufen. Der Bericht sieht gut aus, nur das Konto auf der Bank merkt nichts davon.

Legen Sie vor dem Wechsel drei Zahlen für denselben Zeitraum nebeneinander: die in Google Ads gemeldeten Conversions, die Anfragen oder Bestellungen, die tatsächlich im CRM oder Postfach ankamen, und die daraus entstandenen Verkäufe. Rechnen Sie anschließend die Kosten pro echtem Kunden aus und beziehen Sie dabei das Agenturhonorar mit ein.

Beispielhaftes Säulendiagramm mit gemeldeten Conversions, echten Anfragen, qualifizierten Gesprächen und Verkäufen
Beispielzahlen. Eine Lücke ist nicht automatisch ein Agenturfehler, aber sie muss sich erklären lassen.
Beispielrechnung, die Werbebudget und Honorar durch tatsächliche Verkäufe teilt und die echten Kosten pro Kunde zeigt
Rechenbeispiel in neutralen Einheiten. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein.

Für eine große Lücke gibt es typische Ursachen: doppelt gezählte Formulare, eine Danke-Seite, die bei jedem Neuladen auslöst, Spam-Anfragen oder eine zu schwache Aktion als primäres Ziel. Andere Abweichungen sind normal, etwa weil Google Ads und GA4 unterschiedlich zuordnen. Eine Eins-zu-eins-Übereinstimmung ist also nicht das Ziel, wohl aber eine nachvollziehbare Erklärung. Wie eine saubere Einrichtung aussieht, zeigt unser Beitrag Conversion-Tracking einrichten.

Halten Sie die Reihenfolge ein: erst die Messung prüfen und korrigieren, dann die Kampagnenstruktur, zuletzt die Gebotsstrategie. Ändert sich alles in denselben zwei Wochen, kann niemand mehr sagen, was gewirkt hat. Bei langen Verkaufszyklen fragen Sie zudem, ob abgeschlossene Aufträge über Offline-Conversions an Google Ads zurückgespielt werden können. Das System lernt dann, nach Menschen zu suchen, die Käufern ähneln und nicht nur Formularausfüllern. Voraussetzung ist ein gepflegtes CRM, und die Rückmeldung muss datenschutzrechtlich abgestimmt sein.

Neues Konto eröffnen? Fast immer die zweitbeste Lösung

Wenn Sie die Kontrolle über das bestehende Konto erhalten können, bleiben Sie dort. Eine neue Struktur kann durchaus sinnvoll sein, lässt sich aber im selben Konto umsetzen, und die alten Daten bleiben als Referenz erhalten. Schlägt eine neue Agentur ein neues Konto unter eigener Kontrolle vor, lassen Sie sich den Grund genau erklären. Sonst stehen Sie beim nächsten Wechsel vor demselben Problem.

Vergleich der Vor- und Nachteile von bestehendem Konto und neuem Google-Ads-Konto
Ein neues Konto setzt die Historie zurück. Es ist der letzte Ausweg, wenn der Zugang wirklich nicht zu bekommen ist.

Bleibt nur ein Neustart, sollten Sie Folgendes wissen. Conversion-Historie und Remarketing-Zielgruppen wandern nicht mit, die automatische Gebotssteuerung beginnt also mit deutlich weniger Signalen. Die Kontowährung lässt sich nach dem Anlegen nicht mehr ändern, wählen Sie Währung und Zeitzone also bewusst. Solange Sie noch Zugriff auf das alte Konto haben, sichern Sie Kampagnen, Anzeigen und Keywords mit dem Google Ads Editor, das erspart viel Neuaufbau. Eröffnen Sie niemals ein neues Konto, um eine Sperre wegen Richtlinienverstößen zu umgehen, denn das kann als weiterer Verstoß gelten. Klären Sie zuerst Ursache und Einspruch. Das alte Konto pausieren Sie möglichst nur und schließen es nicht, weil die Suchbegriffe der letzten Saison im nächsten Jahr noch nützlich sind.

Die neue Agentur am eigenen Konto prüfen

Statt einer Präsentation über allgemeine Kompetenzen bitten Sie die Kandidaten, über Ihr Konto zu sprechen. Mit einem befristeten Lesezugriff sehen sie echte Daten, ohne etwas ändern zu können. Denken Sie daran, dass eine Agentur, die den Auftrag gewinnen will, ein natürliches Interesse daran hat, Fehler beim Vorgänger zu finden. Verlangen Sie daher Belege: welche Suchbegriffe, welcher Anteil am Budget, welcher Bericht. Allgemeine Auswahlkriterien finden Sie in unserem Beitrag Online-Werbeagentur wählen. Für die Übernahme sind vor allem diese Fragen wichtig:

  • Was lassen Sie im ersten Monat bewusst unangetastet, und warum?
  • Welche Conversion-Aktionen wirken auf Sie falsch, und was würden Sie als primär festlegen?
  • Wie sieht die Nutzerliste nach der Übernahme aus, und was passiert mit den Zugängen am letzten Tag der Zusammenarbeit?
  • Gleichen Sie den Monatsbericht mit den Verkäufen im CRM ab?
  • Wer arbeitet tatsächlich am Konto, und wer vertritt diese Person?
  • Gibt es einen AVV, und wo werden unsere Daten verarbeitet?
  • Nach welchem Zeitraum sollen wir Sie bewerten, und worauf stützen Sie diesen Zeitraum?

Vergleichen Sie Angebote nicht allein über eine monatliche Summe. Die Unterschiede liegen im Umfang: welche Kanäle enthalten sind, ob Creatives dazugehören, wie berichtet wird, ob Einrichtung oder Übernahme extra berechnet werden. Versteckte Kosten liegen oft bei Tracking-Reparaturen, Landingpage-Überarbeitungen und zusätzlichen Creatives. Wie sich die Honorarmodelle rechnen, zeigt unser Beitrag zu den Google Ads Agentur Kosten. Garantierte Ergebnisse sehen Sie am besten skeptisch, weil die Leistung auch von Wettbewerb, Angebot und Website abhängt, die eine Agentur nicht allein steuert.

Übergabe: Immer nur ein Team am Konto

Die heikelste Phase ist die, in der beide Agenturen Zugriff haben. Ändert eine die Gebote und die andere das Budget, lässt sich hinterher nicht mehr sagen, was was bewirkt hat. Ein guter Plan beantwortet für jeden Tag in einem Satz, wer gerade Änderungen vornehmen darf.

Beispielhafter Zeitplan über mehrere Wochen, von der Zugriffssicherung bis zur Übernahme durch die neue Agentur
Beispielhafter Ablauf. Maßgeblich sind Ihre Kündigungsfrist und die Grundregel: immer nur ein Team ändert das Konto.
Checkliste der Daten und Unterlagen, die vor der Kündigung gesichert werden sollten
Diese Liste vor der Kündigung abarbeiten. Eine Sicherung, die Sie nie brauchen, kostet nichts.

Sichern Sie die Daten, bevor Sie kündigen. Das ist kein Misstrauen, sondern normale Sorgfalt: Es ist Ihr Konto, und Sie brauchen keine Erlaubnis, um Ihre Daten herunterzuladen. Halten Sie die Kündigung kurz und sachlich: Entscheidung, letzter Arbeitstag, Übergabeliste und wer in der Übergangszeit Änderungen vornimmt. Eine Debatte über die Leistung müssen Sie nicht führen. Meist ist es am gesündesten, wenn die Kampagnen bis zur Übergabe ohne große Eingriffe weiterlaufen.

Meiden Sie möglichst Ihre Hauptsaison. Für den Handel ist es das Weihnachtsgeschäft, für Bildungsanbieter die Anmeldephase, für den Tourismus die Buchungszeit. Zwingt Sie die Kündigungsfrist in diesen Zeitraum, lassen Sie das neue Team zunächst nur beobachten und verschieben größere Umbauten auf die Zeit danach.

Prüfen Sie am Übergabetag: Werden Conversions weiter erfasst, sind die Anzeigen aktiv und freigegeben, ist die Zahlungsmethode gültig, feuern die Tags, klingeln die Telefonnummern? Läuft die Abrechnung bisher über die Agentur, muss Ihr eigenes Zahlungsprofil rechtzeitig stehen, sonst können Anzeigen stoppen. Erst nach dieser Kontrolle entfernen Sie die alten Zugänge.

Die ersten Wochen fair bewerten

Neue Strukturen und Gebotsänderungen brauchen Zeit, frühe Schwankungen sind deshalb allein noch kein Urteil. Die Lernphase darf aber auch keine Dauerausrede sein. Bewerten Sie in den ersten Wochen die Arbeit: Ist die Messung korrigiert, sind die Erklärungen verständlich, stellt das Team gute Fragen? Sobald genügend Daten da sind, bewerten Sie das Ergebnis anhand der echten Kosten pro Kunde.

Vergleichen Sie möglichst mit dem gleichen Zeitraum des Vorjahres und nicht nur mit dem Vormonat. Wurde die Messung korrigiert, sind alte und neue Conversion-Zahlen außerdem nicht direkt vergleichbar. Ein Rückgang kann schlicht bedeuten, dass keine Dubletten mehr gezählt werden. Das ist dann ein Fortschritt und kein Rückschritt. Im Zweifel entscheidet das CRM. Bei langen Verkaufszyklen berücksichtigen Sie den Verzug: Der Klick von heute kann der Auftrag des nächsten Quartals sein.

Wenn Sie den Wechsel mit Welda planen

Wenn Sie Ihre Google Ads Agentur wechseln und uns in Betracht ziehen, gilt bei uns dasselbe wie oben beschrieben: Eigentum und Kontrolle über Ihre Werbekonten bleiben bei Ihnen, wir arbeiten über einen Verwalterzugriff. Endet die Zusammenarbeit, bleiben Konten, historische Daten und gesammelte Erkenntnisse bei Ihnen. Bei Google betreuen wir Such-, Performance-Max-, YouTube- und Shopping-Kampagnen, bei Meta Anzeigen auf Facebook und Instagram. Das Conversion-Tracking richten wir mit GA4, Google Tag Manager, Meta Pixel und der Conversions API ein, und ohne saubere Messung schalten wir keine Anzeigen. Jeden Monat sehen Sie Ausgaben, Conversions, CPA und ROAS in einem Bericht.

Auch die Grenzen gehören dazu. Unsere Leistung umfasst Google und Meta. Brauchen Sie einen anderen Werbekanal, sprechen Sie das bitte früh an. Feste Listenpreise veröffentlichen wir nicht, weil die Gebühr von Kampagnenumfang, Kanalzahl und monatlichem Aufwand abhängt; das Werbebudget zahlen Sie direkt an die Plattformen, getrennt von unserer Gebühr. Erwartungen steuern wir ehrlich und machen keine übertriebenen Versprechen.

Preis und Vorgehen klären sich im kostenlosen Gespräch. Schreiben Sie uns kurz, welche Zugänge Sie haben, wie die Abrechnung läuft und was Sie stört, und sprechen Sie mit uns, bevor Sie die Google Ads Agentur wechseln. Stellt sich heraus, dass Sie bei Ihrer jetzigen Agentur besser aufgehoben sind, sagen wir Ihnen das auch.

Häufige Fragen

Laufen die Anzeigen beim Agenturwechsel weiter?

Das ist möglich, wenn Sie Konto und Abrechnung kontrollieren und alles Abhängige vorher ersetzt haben. Unterbrechungen entstehen meist durch eine Abrechnung über die Agentur, durch Landingpages in deren Tools oder durch Conversion-Quellen im Verwaltungskonto der Agentur.

Was tun, wenn die Agentur den Zugriff verweigert?

Sammeln Sie Vertrag, Rechnungen und Schriftverkehr und fordern Sie den Zugriff schriftlich an. Hilft das nicht, holen Sie rechtlichen Rat ein. Müssen die Anzeigen in der Zwischenzeit laufen, kann ein paralleles neues Konto nötig sein, allerdings ohne Historie.

Gehen Qualitätsfaktor und Historie beim Wechsel verloren?

Nicht, wenn Sie im selben Konto bleiben. Die Daten liegen im Konto und nicht bei der Agentur, die neue Agentur sieht nach der Verknüpfung dieselbe Historie. Ein neues Konto startet dagegen ohne diese Historie, und die Signale müssen sich erst neu aufbauen.

Darf ich mit anderen Agenturen sprechen, ohne die aktuelle zu informieren?

Ja, in aller Regel. Prüfen Sie vorab etwaige Vertraulichkeitsklauseln, bevor Sie Berichte oder Screenshots weitergeben. Einen befristeten Lesezugriff können Sie mit Administratorrechten selbst erteilen und nach der Prüfung wieder entfernen.

Wie lange dauert ein Wechsel?

Das hängt vor allem von der Kündigungsfrist ab und davon, wie viel außerhalb des Kontos liegt. Ein reines Suchkonto mit eigener Abrechnung lässt sich schneller übergeben als ein Konto mit Produktfeed, mehreren Märkten und agentureigenem Tracking.

Warum sind die Conversions nach dem Wechsel gesunken?

Drei Möglichkeiten kommen infrage: Dubletten wurden durch die korrigierte Messung entfernt, ein Tag oder eine Conversion-Quelle ist beim Wechsel abgerissen, oder die Leistung ist wirklich gefallen. Die echten Anfragen und Verkäufe im CRM zeigen, was zutrifft.

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