Wer bereits eine Etikettenwaage auf der Theke stehen hat und ein Kassensystem mit Waage sucht, sollte nicht fragen: „Welche Marken werden unterstützt?“ Die entscheidende Frage lautet: „Liest die Software die Ziffern richtig, die meine Waage auf das Etikett druckt?“ Am schnellsten klären Sie das, indem Sie vor dem Kauf zehn unterschiedliche Etiketten Ihrer eigenen Waage scannen und das Ergebnis mit vorher notierten Werten für Artikel, Menge und Betrag vergleichen. Dieser Beitrag zeigt, wie der Test abläuft, wie Sie das Barcode-Format Ihrer Waage selbst herausfinden, welche Hardware typischerweise Ärger macht und wo Sie in Deutschland beim Kassengesetz genau hinsehen müssen.
Er richtet sich an Inhaberinnen und Inhaber von Metzgereien, Käsetheken, Feinkostläden, Obst- und Gemüsegeschäften, Hofläden, Unverpackt-Läden und Kräuterläden, also an alle, die lose Ware über die Theke verkaufen und nicht erst nach dem Kauf erfahren möchten, dass neue Software und vorhandene Waage nicht zusammenpassen.
Zuerst klären: Wie soll Ihre Waage mit der Kasse sprechen?
Hinter „Waagenanbindung“ verbergen sich mehrere Dinge. Der eine Anbieter meint den Scan eines gedruckten Etiketts, der andere eine Kassenwaage, die das Gewicht per Kabel live an den Bildschirm schickt. Beide Aufbauten brauchen andere Geräte und lassen sich nicht mit demselben Test beweisen. Halten Sie deshalb vor dem ersten Gespräch schriftlich fest, wie Ihre Theke tatsächlich arbeitet.
| Aufbau | Was an der Theke passiert | Was die Software leisten muss | So prüfen Sie es |
|---|---|---|---|
| Etikettenwaage | Personal wiegt, Etikett oder Bon mit Barcode kommt heraus, Kundschaft zahlt an der Kasse | Barcode in Artikel, Menge und Betrag auflösen | Eigene Etiketten scannen |
| Waage an der Kasse | Ware liegt auf der Kassenwaage, das Gewicht erscheint am Bildschirm | Daten über Kabel oder Schnittstelle mit dem Gerät tauschen | Live-Vorführung mit Ihrem Waagenmodell |
| Waage nur mit Anzeige | Der Betrag steht nur auf dem Display, ein Barcode entsteht nicht | Keine automatische Übernahme, Eingabe von Hand | Beim Service nach einer Barcode-Option fragen |

Im Mittelpunkt dieses Beitrags steht der erste Aufbau, weil er im Thekenverkauf mit getrennter Kasse weit verbreitet ist. Auch Welda Stock geht diesen Weg: Auf unserer Produktseite beschreiben wir, dass der von der Waage gedruckte Gewichts- oder Preis-Barcode gescannt und automatisch ausgewertet wird. Wenn Sie eine Kabelverbindung mit Live-Gewicht benötigen oder Artikellisten aus der Software auf die Waage übertragen möchten, sprechen Sie das im Erstgespräch offen an. Solche Funktionen versprechen wir an dieser Stelle nicht.
Wie ein Waagen-Barcode aufgebaut ist und wie Sie Ihr Format erkennen
Verpackte Ware trägt einen festen Barcode: Dasselbe Glas hat heute und im nächsten Monat dieselbe Nummer. Ein Waagenetikett entsteht dagegen bei jedem Wiegen neu und muss deshalb Informationen transportieren. Im verbreiteten 13-stelligen Aufbau stehen vorne Ziffern, die anzeigen, dass es sich um einen im Laden erzeugten Code handelt. Die Standardisierungsorganisation GS1 hält dafür Nummern mit den Anfangsziffern 20 bis 29 für die interne Nutzung frei, weshalb Waagen-Etiketten meist mit einer 2 beginnen. Danach folgt die in der Waage hinterlegte Artikelnummer (PLU), anschließend Gewicht oder Preis und zum Schluss die Prüfziffer. Das ist ein gängiges Muster, jedoch keine verbindliche Einheitslösung. Glauben Sie deshalb der Aussage „liest Waagen-Barcodes“ erst dann, wenn die Software Ihre Etiketten gelesen hat.

Das Format finden Sie in rund einer halben Stunde ohne Techniker heraus:
- Denselben Artikel zweimal unterschiedlich wiegen. Drucken Sie zum Beispiel ein Etikett für 350 g Bergkäse und eines für 700 g. Die Stellen, die sich ändern, sind das Wertfeld.
- Zwei Artikel mit gleichem Gewicht wiegen. Jetzt ändert sich die Artikelnummer. Vergleichen Sie sie mit den in der Waage hinterlegten PLU-Nummern.
- Den Preis kurz ändern und erneut drucken. Ändert sich der Barcode bei gleichem Gewicht, steht der Betrag im Code. Bleibt er gleich, enthält er sehr wahrscheinlich das Gewicht. Setzen Sie den Preis danach sofort zurück.
- In ein leeres Textdokument scannen. Schließen Sie den Scanner an einen Computer an, öffnen Sie eine leere Textdatei und scannen Sie das Etikett. Stimmen die Ziffern mit dem Klartext unter den Balken überein? Fehlt eine Ziffer oder steht ein Zeichen zu viel da, liegt das Problem bereits in den Scanner-Einstellungen und noch nicht in der Kassensoftware.
Danach haben Sie eine konkrete Notiz für jeden Anbieter: „Kennung zwei Stellen, Artikel fünf Stellen, Wert fünf Stellen in Gramm.“ Gleichen Sie sie mit der Barcode-Einstellung im Handbuch der Waage ab und wiederholen Sie das Ganze für jede Waage im Betrieb. Zwei Waagen aus unterschiedlichen Jahren können durchaus verschieden eingestellt sein. Fällt das bei der Umstellung nicht auf, stimmen die Bestände plötzlich nicht mehr, und niemand weiß warum.
Die Grundlagen für verpackte Ware finden Sie in unserem Beitrag zur Bestandsverwaltung mit Barcode. Waagen-Etiketten sind ein Sonderfall, der darauf aufbaut.
Gewicht oder Preis im Barcode?
Bei vielen Waagen können Sie wählen, was auf dem Etikett codiert wird. Eine allgemeingültig richtige Antwort gibt es nicht, aber Ihre Wahl bestimmt, wo später Fehler entstehen.
Steht das Gewicht im Barcode, übernimmt die Kasse die Menge direkt und rechnet den Betrag mit dem eigenen Kilopreis aus. Für den Bestand ist das der sauberste Weg: 350 g verkauft, genau 0,350 kg raus. Der Schwachpunkt sind Preisänderungen. Passen Sie den Kilopreis für Oliven nur in der Kasse an und vergessen die Waage, zeigt das Etikett am Becher einen anderen Betrag als der Kassenbon. Das fällt der Stammkundschaft schneller auf, als Ihnen lieb ist, und es wirft zugleich Fragen zur korrekten Preisauszeichnung auf.
Steht der Preis im Barcode, zahlt die Kundschaft genau das, was auf dem Etikett steht. Das ist an der Kasse angenehm. Die Software muss die Menge allerdings aus Betrag geteilt durch Kilopreis zurückrechnen. Laufen die Preise in Waage und Kasse auseinander, sieht an der Kasse alles richtig aus. Der Betrag stimmt, nur die abgebuchte Menge nicht. Diesen Fehler treffen Sie Wochen später als unerklärliche Inventurdifferenz wieder.

Eine brauchbare Faustregel: Sind Ihnen Bestand nach Gewicht und Marge je Artikel am wichtigsten, nehmen Sie Gewichts-Barcodes und machen die Preispflege zur festen Routine. Muss der Etikettenbetrag verbindlich sein, nehmen Sie Preis-Barcodes und verzichten nicht auf regelmäßige Kontrollzählungen. In beiden Fällen gilt: Am Tag der Preisänderung werden Waage und Kasse gemeinsam umgestellt. Fragen Sie jeden Anbieter also, wer die Preise wo und in welcher Reihenfolge pflegt.
Die Falle mit der Feldlänge
Die Felder im Barcode haben eine feste Stellenzahl. Beim Preis-Barcode wird das schnell spürbar. Ein fünfstelliges Preisfeld mit zwei Dezimalen endet bei 999,99, ein vierstelliges, wie es bei zusätzlicher Prüfziffer im Preisblock vorkommt, schon bei 99,99. Bei einem ganzen Stück Roastbeef oder einem großen Käselaib kann die zweite Grenze näher liegen, als man denkt. Manche Waagen lassen sich mit anderer Kommastelle einstellen, doch dann muss auch die Kasse diese Einstellung kennen.

Der Test dazu ist einfach: Nehmen Sie den höchsten Betrag, den Sie je gedruckt haben, und probieren Sie ein Etikett mit dem Dreifachen. Druckt die Waage es, und liest die Software es korrekt? So stoßen Sie im Test an die Grenze und nicht erst im laufenden Betrieb.
Hardware: Worauf es neben der Waage ankommt
Die Waage ist nur ein Glied der Kette. Der Verkauf läuft über Etikett, Scanner, Computer und Verbindung, und das schwächste Glied entscheidet, wie sich die Kasse am Samstagvormittag anfühlt.
- Barcode-Scanner: Liest er fettige, feuchte und leicht geknickte Etiketten? Lässt er Stellen weg oder setzt er Zeichen davor? Sendet er nach jedem Scan automatisch Enter? Das lässt sich meist in den Scanner-Einstellungen ändern und ist häufig die eigentliche Ursache eines vermeintlichen Softwarefehlers.
- Etiketten und Rollen: Thermoetiketten verblassen durch Wärme und Zeit. Vorverpackte Ware unter warmer Beleuchtung kann mit einem unlesbaren Code an die Kasse kommen. Auch ein stark gekürzter Barcode auf einem kleinen Etikett bremst den Scan.
- Computer und Browser: Welda Stock ist webbasiert. Es muss nichts installiert werden, ein Computer mit Browser genügt. Bei anderen Produkten sollten Sie nach Betriebssystem, Installation und Updates fragen.
- Internetverbindung: Bei webbasierter Software laufen die Vorgänge über die Verbindung, das gilt auch für Welda Stock. Wer auf dem Land eine instabile Leitung oder einen Marktstand betreibt, sollte das früh ansprechen und eine Reserve wie Mobilfunk einplanen. Bei der Einrichtung planen wir die passende Arbeitsweise gemeinsam. Ist unterbrechungsfreier Offline-Verkauf für Sie Pflicht, fragen Sie ausdrücklich danach.
- Bondrucker: Lassen Sie sich in der Demo einen echten Beleg auf Ihrem Drucker oder zumindest im passenden Format zeigen. Papierbreite und Abschnitt wirken nebensächlich, bis eine Schlange vor der Kasse steht.
Für Welda können wir klar sagen: Eine Ladenwaage, die Barcode-Etiketten druckt, ein handelsüblicher Barcode-Scanner und ein Computer mit Browser bilden die Grundausstattung, und die Kompatibilität prüfen wir vor der Einrichtung gemeinsam mit Ihnen. Eine Liste mit Marken und Modellen veröffentlichen wir nicht. Muster Ihrer Etiketten sind daher aussagekräftiger als jedes Gespräch über Markennamen. Tauschen Sie Ihre geeichte Waage nicht aus, bevor Sie sie getestet haben.
Der Test mit zehn Etiketten vor dem Kauf
Das ist der wichtigste Teil dieses Beitrags. Welches Produkt Sie auch prüfen: Kommen Sie mit Etiketten aus Ihrer eigenen Waage. Notieren Sie für jedes Etikett den erwarteten Artikel, die Menge und den Betrag, und zwar vor dem Scan. Denn einem überzeugend wirkenden Bildschirm glaubt man sonst allzu schnell.

Wenn Sie wissen, was jedes Etikett aufdecken soll, lässt sich das Ergebnis leichter einordnen:
- Kleinste Menge: Wenige Gramm zeigen sofort, ob Gramm und Kilogramm verwechselt werden. 12 g Gewürz dürfen nicht 12 kg vom Bestand abziehen.
- Genau 1,000 kg: Zeigt, ob führende und nachfolgende Nullen richtig behandelt werden.
- Schwerstes Stück: Eine ganze Keule oder ein großer Käselaib prüft die Kapazität des Gewichtsfelds.
- Höchster Betrag: Prüft die oben beschriebene Feldgrenze.
- Krumme Werte: Bei 0,875 kg können sich Waagenbetrag und Kassenbetrag um einen Cent unterscheiden. Klären Sie, wo gerundet wird und welchen Betrag die Kundschaft zahlt.
- Unbekannte Artikelnummer: Was passiert bei einem Code, den die Kasse nicht kennt? Richtig ist ein klarer Hinweis. Das Schlimmste ist eine stille Buchung auf den falschen Artikel.
- Dasselbe Etikett zweimal: Mal ist es ein Versehen, mal eine Lücke für Missbrauch. Prüfen Sie, ob die Menge steigt und ob man das an der Kasse bemerkt.
- Beschädigtes Etikett: Etikett bewusst einfetten und knicken. Lässt es sich nicht lesen: Wie wird der Verkauf eingegeben, und wird diese Handeingabe protokolliert?
- Zweite Waage: Haben Sie mehrere Geräte, zeigt sich hier, ob unterschiedliche Einstellungen in einem System funktionieren.
- Retoure: Nehmen Sie einen gewogenen Artikel zurück. Kommt das richtige Gewicht in den Bestand zurück, und wer darf das auslösen?
Zum Schluss folgt die Kontrollzählung: Startmenge eines Artikels eingeben, drei Etiketten scannen, Rest von Hand ausrechnen. Passt der Wert im System nicht zu Ihrer Rechnung, nützt die schönste Kassenoberfläche nichts. Ein Anbieter, der diese Probe entspannt mitmacht, sagt Ihnen mehr als jede Präsentation.
Worauf es nach dem Scan in der Software ankommt
Den Barcode aufzulösen ist erst die halbe Arbeit. Den Nutzen bringt, was danach mit den Daten für Bestand, Marge und Kasse passiert. Prüfen Sie bei einem Kassensystem mit Waage daher auch diese Punkte:
- Bestand mit Nachkommastellen: Artikel werden in Kilogramm geführt, der Verkauf bucht grammgenau ab. Wenn alles als ganzes Stück geführt werden muss, passt die Software nicht zu Ihrem Geschäft.
- Gemischter Einkauf: Gewogener Käse, eine Flasche Öl und ein Brot gehören auf einen Beleg, jeweils in der richtigen Einheit und mit dem passenden Steuersatz.
- Schwund und Verderb: Parieren, Austrocknen und Verderb gehören zum Alltag mit loser Ware. Ohne Erfassung bleibt die Differenz zum Monatsende ein Rätsel. Für Fleisch haben wir das in Metzgerei-Warenwirtschaft vom Schlachtkörper zur Theke ausführlich beschrieben.
- Inventur: Zählmengen sollten sich in Kilogramm eingeben lassen, die Differenz muss sichtbar werden.
- Marge je Artikel: Einkaufspreise für lose Ware ändern sich oft. Ohne Marge pro Artikel fällt der umsatzstarke, aber ertragsschwache Artikel nicht auf.
- Berechtigungen: Wer darf Preise überschreiben, Retouren buchen oder Gewichte eintippen? Bei Waagenware beginnen Verluste oft genau hier.
- Anschreiben: Stammkundschaft und kleine Gastronomiebetriebe kaufen teils auf Kundenkonto. Auch gewogene Verkäufe müssen dort landen.
Welda Stock deckt einen großen Teil dieser Liste ab. Auf unserer Produktseite finden Sie die automatische Auswertung von Waagen-Barcodes, einen Beleg für jeden Verkauf, Warnungen bei kritischem Bestand, Inventur mit Schwund- und Verlusterfassung, Gewinnmarge pro Produkt, Kundenkonten und offene Beträge, getrennte Berechtigungen für Kasse, Lager und Geschäftsleitung, mehrere Filialen sowie den Tagesabschlussbericht. Die Oberfläche ist mehrsprachig (Deutsch, Türkisch, Englisch).
Wer lose Ware aus Säcken und Gläsern verkauft, findet dieselbe Denkweise in unserem Beitrag zur Warenwirtschaft im Kräuterladen mit loser Grammware.
Für wen dieser Weg passt und für wen nicht
Der Weg über Etiketten ist meist ein guter Ausgangspunkt, wenn an der Theke gewogen und an einer Kasse bezahlt wird, wenn bereits eine Waage mit Barcode-Druck vorhanden ist und wenn Sie neben loser Ware auch Verpacktes verkaufen und Kundenkonten sowie Lieferantenverbindlichkeiten an einem Ort sehen möchten.

Genauer hinsehen sollten Sie, wenn direkt an der Kasse gewogen wird. Dafür braucht es meist eine Kabelanbindung, und der Etikettentest beweist sie nicht. Dasselbe gilt für Selbstbedienungswaagen im Obstbereich, bei denen zusätzlich Fragen zu Etikettenmissbrauch und Aufsicht entstehen. Wer in einer größeren Filialkette Preise zentral auf viele Waagen schicken will, benötigt eine eigene Waagenverwaltung. Trifft etwas davon auf Sie zu, stellen Sie uns und allen anderen Anbietern dieselbe klare Frage und lassen Sie sich die Lösung im Betrieb zeigen.
Unnötig ist das Thema, wenn Ihr gesamtes Sortiment verpackt ist und einen festen Barcode trägt. Und auf einem kleinen Stand mit wenigen Artikeln kann die Eingabe von Hand eine Weile genügen, sofern Sie mit schwachen Bestandsdaten leben können.
Kassengesetz, Eichrecht und DSGVO: ein vorsichtiger Überblick
Keine Software nimmt Ihnen die rechtlichen Pflichten ab. Die folgenden Punkte dienen nur der groben Orientierung und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung. Regeln ändern sich und hängen vom Einzelfall ab, stimmen Sie sich deshalb mit Ihrer Steuerberatung und dem zuständigen Eichamt ab.
- Kassengesetz und TSE: Elektronische Aufzeichnungssysteme mit Kassenfunktion müssen in Deutschland grundsätzlich über eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung abgesichert sein (§ 146a AO, KassenSichV). Dazu kommen Belegausgabepflicht und Meldepflicht gegenüber dem Finanzamt. Diese Frage kann auch Ihre Waage betreffen: Hat sie selbst Kassenfunktion, kann sie unter die Regelung fallen; das sollten Sie mit Ihrer Steuerberatung klären.
- Welda Stock und TSE: Hier sind wir ausdrücklich zurückhaltend. In unseren Produktunterlagen zu Welda Stock ist keine TSE-Anbindung beschrieben, deshalb sagen wir sie hier auch nicht zu. Soll die Software in Deutschland Ihre Hauptkasse ersetzen, klären Sie das im Gespräch vor jeder Entscheidung und lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben. Dieselbe Frage gehört an jeden anderen Anbieter, verbunden mit dem Nachweis des Zertifikats.
- Eichrecht: Waagen im offenen Verkauf fallen unter das Mess- und Eichgesetz und müssen in der Regel regelmäßig nachgeeicht werden. Die aktuelle Frist und die Details erfahren Sie beim Eichamt. Fragen Sie vor Änderungen an den Einstellungen Ihren Waagenservice, ob dadurch die Eichung berührt wird.
- Preisangaben und Kennzeichnung: Die Preisangabenverordnung regelt unter anderem den Grundpreis, die Lebensmittelinformationsverordnung Hinweise etwa zu Allergenen. Das betrifft die Etikettenvorlage der Waage und ist von der Barcode-Frage getrennt zu betrachten.
- Umsatzsteuer: Bei Lebensmitteln und Non-Food-Artikeln gelten teils unterschiedliche Steuersätze. Jeder gewogene Artikel braucht daher den richtigen Satz, sonst stimmt der Tagesabschluss nicht. Lassen Sie sich die Zuordnung zeigen.
- DSGVO: Namen, Telefonnummern und Kaufhistorie auf Kundenkonten sind personenbezogene Daten. Begrenzen Sie den Zugriff und erfassen Sie nur, was Sie tatsächlich brauchen. Die Verantwortung als Betrieb bleibt bei Ihnen.
Kostenfaktoren und Angebote vergleichen
Zahlen nennen wir hier bewusst nicht, denn der Betrag hängt vom Umfang ab. Hilfreicher ist eine Tabelle, die alle Angebote vergleichbar macht. Wer nur Softwarepreise vergleicht, übersieht bei Waagenware die Hälfte der Kosten.
| Posten | Frage an den Anbieter | Warum das zählt |
|---|---|---|
| Lizenzmodell | Einmalig oder laufend? Was passiert bei Verlängerung? | Verändert die Gesamtkosten über mehrere Jahre |
| Nutzer und Standorte | Kostet jede Kasse, jeder Nutzer, jede Filiale extra? | Zeigt, was Wachstum kostet |
| Waageneinstellung | Wer stellt das Barcode-Format ein? Ist ein Serviceeinsatz extra? | Fehlt oft im Angebot |
| Hardware | Können Waage und Scanner bleiben? | Unnötiger Tausch ist der größte versteckte Posten |
| TSE und Fiskalisierung | Ist das enthalten, oder braucht es einen eigenen Dienst? | Kann laufende Kosten und Pflichten auslösen |
| Verbrauchsmaterial | Welche Etikettengröße, von wem bezogen? | Dauerposten bei loser Ware |
| Eichung | Welche Kosten fallen durch Nacheichung und Service an? | Fällt unabhängig von der Software an |
| Datenübernahme | Sind Artikelliste und offene Salden enthalten? | Handeingabe kostet Arbeitsstunden |
| Schulung und Support | Was ist enthalten, über welche Kanäle? | Neues Personal braucht beides wieder |
| Ausstieg | Wie kommen Sie bei einem Wechsel an Ihre Daten? | Bestimmt die Kosten des nächsten Wechsels |
Bei Welda Stock richtet sich das Angebot nach Nutzerzahl, Filialen und Lagern, Artikelzahl und Datenimport sowie Hardware und Kassenablauf. Das Preismodell sieht eine einmalige Einrichtungsgebühr vor; Einrichtung, Excel-Import und Team-Schulung sind enthalten. Den konkreten Betrag klären wir im kostenlosen Gespräch, sobald wir Ihren Bedarf kennen. Bringen Sie am besten ungefähre Artikelzahl, Nutzerzahl und zwei bis drei Muster-Etiketten mit.
Häufige Fehler
- Erst die Software wählen, dann an die Waage denken. Passt das Format nach dem Kauf nicht, folgt oft ein überhasteter Hardwaretausch.
- Die Demo mit dem Musterbarcode des Anbieters abnehmen. Muster lassen sich immer lesen. Es zählen Ihre Etiketten.
- Waagenware als Stückartikel anlegen. Verkäufe von 0,350 Stück machen jeden Bericht wertlos.
- Die Artikelliste ungeprüft importieren. Zwei Nummern für denselben Käse und aktive Nummern für ausgelistete Artikel erzeugen Zuordnungsfehler vom ersten Tag an.
- Preise nur an einer Stelle ändern. Beim Gewichts-Barcode weichen Etikett und Bon ab, beim Preis-Barcode leidet der Bestand.
- Die Tara vergessen. Wird das Behältergewicht nicht abgezogen, zahlt die Kundschaft die Verpackung mit, und der Bestand sinkt zu stark. Das ist zudem ein Thema für die Eichbehörde. Besprechen Sie die Tara-Einstellungen mit dem Thekenteam.
- Handeingabe für alle freigeben. Ganz ohne geht es nicht, aber im Protokoll sollte stehen, wer eingetippt hat.
- Startinventur auslassen. Stimmt der Anfangsbestand nicht, ist jeder weitere Bericht falsch, und die Software bekommt die Schuld.
Der Umstieg Schritt für Schritt
Das Aufräumen der Artikelliste ist die halbe Arbeit. Bei Umsteigern aus Excel und Kladde gilt das besonders. Wenden Sie danach bei Waagenware diese Reihenfolge an, und prüfen Sie zugleich die Abläufe am Abend, die unser Beitrag zum Tagesabschluss und zur Kassenabrechnung beschreibt.

Noch ein praktischer Punkt: Stellen Sie nicht in Ihren stärksten Wochen um. Das Weihnachtsgeschäft in der Metzgerei oder die Spargelzeit im Hofladen sind ein schlechter Moment für neue Abläufe. Schulen Sie außerdem nicht nur die Kasse. Auch wer an der Waage steht, muss wissen, warum das Etikett wichtig ist und was bei einem beschädigten Etikett zu tun ist.
Fragen für die Vorführung
- Können wir jetzt meine Etiketten scannen und das Ergebnis gemeinsam ansehen?
- Werten Sie Gewichts- und Preis-Barcodes aus? Wie gehen Sie mit unterschiedlich eingestellten Waagen um?
- Was passiert bei einem unbekannten Code? Wird die Handeingabe protokolliert?
- Wie bleiben Preise in Waage und Kasse gleich: von Hand oder automatisch?
- Was passiert an der Kasse, wenn das Internet ausfällt?
- Wie erfüllt Ihr Produkt TSE, Belegausgabe und Meldepflicht, und welchen Nachweis bekomme ich dafür?
- Können Sie mir eine Inventurdifferenz und einen Schwundbericht in Kilogramm zeigen?
- Wer hilft bei Problemen mit der Waage nach der Einrichtung, und über welchen Kanal?
Häufige Fragen
Muss ich meine Waage austauschen?
Wenn sie Barcode-Etiketten druckt, meist nicht. Das gilt aber erst als geklärt, wenn ein Muster-Etikett getestet wurde. Druckt sie keine Barcodes, fragen Sie Ihren Waagenservice nach einer entsprechenden Option.
Liest derselbe Scanner Waagen-Etiketten und normale Artikel-Barcodes?
In den meisten Fällen ja, gängige Scanner können beides. Prüfen Sie trotzdem per Scan in ein Textdokument, ob alle Ziffern ankommen, und probieren Sie es mit einem fettigen Etikett.
Mit welchen Waagen arbeitet Welda Stock?
Welda Stock wertet die von Ladenwaagen gedruckten Gewichts- und Preis-Barcodes automatisch aus. Eine Markenliste veröffentlichen wir nicht; die Kompatibilität prüfen wir vor der Einrichtung anhand Ihrer Muster-Etiketten.
Funktioniert das mit einer per Kabel angeschlossenen Waage?
Auf unserer Produktseite beschreiben wir das Scannen des Etiketten-Barcodes. Ist Live-Gewicht per Kabel für Sie unverzichtbar, sprechen Sie das im Erstgespräch an und lassen Sie es sich vor der Entscheidung vorführen.
Ist Welda Stock eine TSE-konforme Kasse?
Eine TSE-Anbindung ist in unseren Produktunterlagen nicht beschrieben, deshalb sagen wir sie hier nicht zu. Klären Sie diesen Punkt vor einer Entscheidung im Gespräch und mit Ihrer Steuerberatung.
Sinkt der Bestand genau um das verkaufte Gewicht?
Bei sauberer Einrichtung ja, in Kilogramm oder Gramm. Bei Welda Stock wird die gewogene Menge vom Bestand des Artikels abgebucht. Prüfen Sie das mit einer Kontrollzählung selbst nach.
Kann ich in Filialen unterschiedliche Waagen nutzen?
Welda Stock unterstützt mehrere Filialen mit getrennten Beständen. Sind die Barcode-Einstellungen unterschiedlich, sagen Sie uns das vor der Einrichtung. Eine einheitliche Einstellung auf allen Waagen ist die sauberste Lösung.
Das meiste lässt sich mit einem Etikett klären. Vereinbaren Sie ein kostenloses Gespräch und halten Sie zwei bis drei Muster bereit. Wir schauen gemeinsam, ob Welda Stock das passende Kassensystem mit Waage für Ihre Theke ist, und sagen es Ihnen auch offen, wenn es nicht passt.